Woher wissen Pflanzen, dass Frühling ist?

Letzte Woche zogen tatsächlich wieder die ersten Schneegänse über das Dorf und kehrten aus den südlichen Winterquartieren zurück. Ein erstes Zeichen, dass wir den Winter langsam überstanden haben. Scheinbar sind Gärten, Wiesen und Wälder aber noch im Winterschlaf, die Natur wirkt noch etwas trostlos.

Pflanzen erkennen den Frühling auf verschiedene Weisen, und dies wird durch eine Kombination von äußeren Umweltfaktoren und internen biologischen Mechanismen gesteuert. Hier sind einige der wichtigsten Wege, wie Pflanzen den Frühling erkennen:

  • Licht:
    Veränderungen in der Tageslänge und Lichtqualität sind entscheidende Hinweise für Pflanzen, dass der Frühling kommt. Ein Anstieg der Tageslänge und spezifische Lichtwellenlängen signalisieren den Pflanzen, dass es Zeit ist, das Wachstum zu erhöhen und zu blühen.
  • Temperatur:
    Pflanzen reagieren auf Temperaturänderungen, insbesondere auf eine allmähliche Erwärmung, die den Winter beendet. Bestimmte Temperaturschwellen können den Beginn von Entwicklungsphasen wie dem Austreiben von Knospen oder dem Blühen auslösen.
  • Hormonelle Signale:
    Pflanzen produzieren Hormone wie Auxine, Gibberelline und Ethylen, die bei der Regulation des Wachstums und der Entwicklung eine Rolle spielen. Veränderungen in der Hormonkonzentration können als Reaktion auf Umweltbedingungen, einschließlich des Übergangs zum Frühling, auftreten.
  • Bodenfeuchtigkeit und -zusammensetzung:
    Veränderungen in der Bodenfeuchtigkeit und -zusammensetzung können ebenfalls Hinweise für Pflanzen sein, dass der Frühling naht. Dies kann durch Schmelzwasser oder saisonale Niederschläge verursacht werden und den Pflanzen signalisieren, dass es Zeit ist, zu wachsen und zu blühen.
  • Genetische Uhr:
    Pflanzen haben interne biologische Uhren, die ihnen helfen, die Zeit und die Jahreszeiten zu erkennen. Diese genetischen Mechanismen sind eng mit den anderen Faktoren verbunden und helfen den Pflanzen, sich an saisonale Veränderungen anzupassen.

Insgesamt nutzen Pflanzen eine Kombination aus äußeren Umweltfaktoren und internen biologischen Mechanismen, um den Frühling zu erkennen und ihre Wachstums- und Entwicklungsprozesse entsprechend anzupassen.

Woher kommt der Begriff Karneval?

Nächste Woche gehts wieder hoch her für alle großen und kleinen Narren! Der Karneval, auch bekannt als Fastnacht oder Fasching, ist ein jährliches Fest, das in vielen Teilen der Welt gefeiert wird. Der Begriff “Karneval” wird vor allem im Rheinland und in Westfalen verwendet. In anderen Teilen Deutschlands sind die Bezeichnungen Fasching oder Fastnacht verbreiteter. 

Die Bezeichnung „Karneval“ stammt wahrscheinlich vom lateinischen Ausdruck „carne vale“, was so viel wie „Fleisch, lebe wohl“ bedeutet. Er bezieht sich auf die Tradition, vor der Fastenzeit ausgiebig Fleisch zu essen, da während der Fastenzeit Fleischkonsum eingeschränkt ist.

Wie lange dauert die „Fünfte Jahreszeit“?

Die Karnevalszeit wird vor allem im Rheinland „Fünfte Jahreszeit“ genannt und beginnt hier bei uns traditionell am 11. November um 11.11 Uhr und endet mit Anbruch des Aschermittwochs. In der Weihnachtszeit wird die „Session“ vom 1. Advent bis zum 6. Januar unterbrochen. Das Datum der Karnevalstage richtet sich am Osterfest aus: Der Ostersonntag ist immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingsanfang (21. März). Hat man dieses Datum gefunden, muss man nur noch 40 Tage zurückrechnen und hat damit den Termin für den Veilchendienstag. Aschermittwoch ist Tag 1 der Fastenzeit. Die Kirche hat mit dieser Regel im 4. Jahrhundert festgelegt, wann gefeiert wird.

Wer hat Karneval eigentlich erfunden?

Die Ursprünge des Karnevals reichen bis ins Altertum zurück, wo ähnliche Feste im Mittelmeerraum gefeiert wurden. Vorläufer des Karnevals gab es bereits vor ca. 5.000 Jahren in Meso­potamien. Interessant ist, dass es schon damals eine Art „Gleich­heits­prin­zips“ während der Festtage gab. Die herrschende Klasse stand für einen Moment auf der gleichen Stufe wie Bauern oder Arbeiter. Diese Idee gilt bis heute, wenn z.B. bei Rosenmontagszügen mit Motiv- und Mottowagen kräftig ausgeteilt wird. Im Mittelalter wurde der Karneval dann zu einem ganz besonderen Element der europäischen Kultur und zieht heutzutage Gäste aus der ganzen Welt an.

Wo wird überall Karneval gefeiert?

Im deutschsprachigen Raum ist der Karneval besonders bekannt und wird in vielen Regionen ausgiebig gefeiert. Die Hochburgen des Karnevals sind das Rheinland und die schwäbisch-alemannische Fastnacht. Der Karneval wird sehr unterschiedlich begangen: Karnevalsumzüge, Musik, Masken und das Verkleiden spielen dabei die Hauptrolle. Eine ganz eigenständige Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika, etwa beim Karneval von Oruro oder dem Karneval in Rio. Der Karneval in Venedig ist mit seinen aufwändigen Masken und Feuerwerken neben dem „Kölschen Karneval“ in Europa sicher der bekannteste. Der Ursprung geht hier auf die Saturnalien der Antike und Gebräuche und Feierlichkeiten vor der Fastenzeit, bis in das 12. Jahrhundert zurück.

Wie feiert man Karneval im Sauerland?

Im schönen Benolpe sowie im ganzen Sauerland geht es nicht ganz so heiß her, dennoch wird das Brauchtum nach wie vor hochgehalten. An Altweiber (Donnerstag vor Aschermittwoch) verkleiden sich die Kinder und ziehen bei jedem Wetter durch sämtliche Ortsteile von Haus zu Haus und singen ein plattdeutsches Lied, um zur Belohnung Süßigkeiten zu ergattern. Für viele Kinder nach Weihnachten sicher der Höhepunkt des Jahres:

„Lütticke Lütticke Fastenacht,
wir ham gehört, ihr hätt‘ geschlacht,
häbb’t so ne große Wurst gemacht!
Giv us eene, Giv us eene!
Aber nit sone ganze kleene!
lass dat Mässken sinken!
In den dicken Schinken!
Lass uns niet so lange stohn,
wir wolln noch ein Hoisken weitergohn!“

Auch für die Erwachsenenwelt ist gesorgt: An „Großsamstag“ findet auch dieses Jahr in der Schützenhalle eine Prunksitzung statt, die ein buntes Programm, viel Spaß und gute Laune verspricht.

Quellen:

Windpark: Fragen & Antworten

Die Firma Ørsted Onshore GmbH hatte am 17.10.2023 zu einer Infoveranstaltung in die Benolper Schützenhalle eingeladen. In einer knappen Agenda war nur wenig Platz für Rückfragen. Aus diesem Grund haben wir – sowohl als Dorfgemeinschaft als auch für alle Interessierten/Betroffenen über die Dorfgrenzen hinweg – im Vorfeld so viele Fragen wie möglich eingesammelt und entsprechend gebündelt. Insgesamt sind über hundert Fragen eingegangen.

Die Beantwortung der Fragen erfolgte per E-Mail am 19.12.23 durch Georg Freiherr von Aretin, Head of Project Development Wind ON GER, von der Firma Ørsted. Die Fragen sind in vier inhaltliche Kategorien unterteilt: Wirtschaft & Finanzen, Politik und Genehmigungsverfahren, Mensch/Tourismus/Umwelt- & Naturschutz sowie Projekt & Infrastruktur.

Die uns zugesendeten Fragen wurden 1:1 aus dem hier vorliegenden PDF übernommen. Offensichtliche Rechtschreibfehler oder „Buchstabendreher“ wurden korrigiert.

A) Wirtschaft und Finanzen

Orsted plant mit einer Eigenkapitalrendite von über 6 %.

Die Windenergieanlagen sind auf 25 Betriebsjahre ausgelegt.

Der Windpark wird als eigene Projektgesellschaft (GmbH oder GmbH & Co KG)
betrieben. Damit ist eine in sich geschlossene Finanzierung gewährleistet. Falls
der Investor pleitegeht, wird der Windpark von einem anderen Betreiber
übernommen und weitergeführt. Falls der Windpark pleitegeht, hat die
Genehmigungsbehörde ausreichend finanzielle Mittel für einen Rückbau und eine
Rekultivierung der Flächen bereits ab Betriebsbeginn von uns erhalten.

Es fließen keine staatlichen Fördermittel ins Projekt.

Ja, eine Bürgerbeteiligung wird von uns angeboten. Die Ausgestaltung muss
noch gemeinsam mit Bürger*innen und Gemeinden festgelegt werden.

Das hängt von der Beteiligungsform ab. Denkbar ist eine Beteiligung z.B. über
eine Energiegenossenschaft ab ca. 200-300 €, bei Nachrangdarlehen sind auch
geringere Beteiligungsbeträge denkbar.

Das muss die Gemeinde Kirchhundem beantworten.

Gewerbesteuer, Einkommenssteueranteil von beteiligten Bürger*innen,
Ertragssteuer

Das muss die Gemeinde Kirchhundem beantworten.

Ja. Wir beteiligen die Nachbargemeinden mit bis zu 2 Euro pro erzeugter
Megawattstunde am Gewinn aus der Stromerzeugung (§6 EEG). Berechtigt ist
jede Kommune, die in einem Umkreis von 2,5 Kilometern Gemeindegebiet hat.
Bei zehn Windenergieanlagen würden wir über 20 Jahre Laufzeit mehr als 3 Mio.
Euro an Lennestadt, 2,9 Mio. Euro an Kirchhundem und 220.000 Euro an Olpe
weiterreichen.

Das kann erst zum Zeitpunkt der Genehmigung, wenn wir die Windkraftanlage
bestellen und vom Hersteller ein verbindliches Preisangebot bekommen,
beantwortet werden. Derzeit liegen die Kosten für eine Windkraftanlage inkl.
Planung, Erschließung und Netzanbindung zwischen 7 und 9 Mio €.

Die Ausgestaltung der Bürgerbeteiligung muss noch gemeinsam mit
Bürger*innen und Gemeinden festgelegt werden. Andere, von Bürgerseite
vorgeschlagene Beteiligungsoptionen prüfen wir gerne und setzen diese, wenn
es sich juristisch, ökonomisch und verwaltungstechnisch machen lässt, auch um.

Die Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt verschiedene Faktoren, darunter
Investitionskosten (7 bis 9 Mio. €/Anlage), laufende Kosten (Wartungen,
Steuerberater) und Fixkosten (Versicherung, Pachtzahlung). Dem wird der
errechnete Ertrag auf Basis der EEG-Vergütung gegenübergestellt. Wir erwarten,
dass die Anlagen 3.000 Stunden im Jahr in Volllast laufen, damit sie sich
rentieren.

In der Regel vermarktet die Windparkgesellschaft den Strom über ein
Direktvermarktungsunternehmen an den Netzbetreiber. Der Preis wird gem. EEG
2023 im Rahmen einer Ausschreibung ermittelt und für 20 Jahre festgelegt.

Die energetische Amortisationszeit einer Windkraftanlage beträgt Studien zufolge
(s. z.B. Kompetenzzentrum für Naturschutz und Energiewende) ca. 6-8 Monate.

Es gibt verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen zu den Auswirkungen
von Windparks (oder anderen Infrastrukturmaßnahmen) auf die Immobilienwerte
in ihrer Umgebung. Allerdings zeigt sich in der Literatur keine eindeutige,
konsistente Studienlage. Die Forschungsergebnisse sind oft stark abhängig von
lokalen Gegebenheiten, regionalen Unterschieden und verschiedenen Methoden
der Studiendurchführung. Für detaillierte Aussagen zu Grundstückswerten
wenden Sie sich bitte an den Gutachterausschuss im Kreis Olpe.

Aus unsere Sicht werden Bodenrichtwerte nicht angepasst, da die Bebauung von
ca. 0,5 ha eigentlich keinen Einfluss auf den Bodenwert haben sollte. Das kann
aber am ehesten die zuständige Landwirtschaftskammer beantworten.

Es wird verschiedene Ausgleichsmöglichkeiten geben. Die Gemeinden
Lennestadt und Kirchhundem profitieren erheblich von der Gewerbesteuer und
der Gewinnbeteiligung nach §6 EEG. Die Beträge kommen allen in der Kommune
zugute. Für Bürger*innen besteht die Möglichkeit, sich finanziell am Windpark zu
beteiligen. Gespräche mit örtlichen Vereinen wurden initiiert, um auch hier
positive Effekte zu fördern. Einen Wertausgleich für Immobilien wird es nicht
geben.

Das ist bei der Festlegung einer Bürgerbeteiligung mit den Vertretern der
Gemeinden und der Bevölkerung abzustimmen.

Aufgrund vieler Einflussfaktoren auf die Wirtschaftlichkeit eines Windparks
(Investitionskosten, Betriebs- und Wartungskosten, Finanzierungskosten …) lässt
sich diese Frage nicht mit einer einfachen Angabe beantworten. Unter den
derzeitigen Rahmenbedingungen des EEG ist ein Einspeisetarif, der einen
wirtschaftlichen Betrieb gewährleistet, erreichbar.

Es stehen von Anfang an 50.000 € pro MW Nennleistung als Bürgschaft zur
Verfügung. Das Geld wird bis zum Rückbau angespart.

Die Schwankungen in der Verfügbarkeit von Windenergie erfordern zuallererst
einen konsequenten Netzausbau und den Ausbau ergänzender Energiequellen,
beispielsweise von Solarenergie. Darüber hinaus ist ein effektiveres
Lastenmanagement entscheidend, um den Energiebedarf besser zu steuern,
sowie der Ausbau von Speichertechnologien wie Batteriespeichern und Power-toX-Systemen, um überschüssige Energie zu speichern und bei Bedarf abzurufen.

Das kann am ehesten der Netzbetreiber beantworten, da wir davon finanziell
nicht betroffen sind: Wenn der Netzbetreiber den Strom nicht aufnehmen kann
und daher den Betrieb abregelt, muss er dem Betreiber den Verlust ersetzen.

B) Politik und Genehmigungsverfahren

Einen Termin, bis wann die Planung erfolgt sein muss, gibt es nicht. Wenn wir
fertig geplant haben, wird geprüft, ob das Vorhaben zu diesem Zeitpunkt
genehmigungsfähig ist. Die gesetzliche Grundlage ist i.W. das
Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG).

Das Planungsrecht liegt (mit vom Bundes- und Landesgesetzgeber definierten
Vorgaben) beim Planungsverband Arnsberg. Für eine Neufassung des
Regionalplans müssen zwingend die Bürger*innen angehört werden. An dieser
Stelle besteht also ein Mitbestimmungsrecht. Zudem findet das
Genehmigungsverfahren mit Bürgerbeteiligung statt. Auch hier können die
Bürger*innen Einwände vorbringen und die Genehmigungsbehörde prüft, ob diese
Einwände berechtigt sind.

Derzeit befindet sich der Genehmigungsantrag in der Vorbereitung,
Genehmigungen liegen noch nicht vor.

Das Planungsrecht liegt (mit vom Bundes- und Landesgesetzgeber defnierten
Vorgaben) beim Planungsverband Arnsberg. Die Neufassung des Regionalplans
beschließt der Regionalrat, der sich aus Delegierten der Landkreise
zusammensetzt. Auch hierüber können die Kommunen - evtl. nur indirekt -
mitberaten.

Die Landesregierung hat im August 2023 die pauschale Abstandsregelung von
1.000 m zu Wohngebäuden abgeschafft. Derzeit ist als erforderlicher
Mindestabstand die zweifache Gesamthöhe (wg. optisch bedrängender Wirkung)
festgesetzt. Weitere Festlegungen werden im Rahmen der Regionalplanung
geprüft.

Die Bezirksregierung ist die Geschäftsstelle des Regionalrates, der über eine
Neuaufstellung des Regionalplanes beschließt.

Das ist ein Teil des Genehmigungsverfahrens, das in Kürze mit der Einreichung
des Antrags beginnen wird.

Die Grundstücksfragen zu Netzanschluss und Zuwegung sind noch nicht
abschließend vertraglich geregelt.

Die Haftung bei größeren Unfällen, wie einem Waldbrand, der durch eine
Windenergieanlage ausgelöst wird, ist in der Regel durch verschiedene
Versicherungen abgedeckt. Die Betreibergesellschaft einer Windenergieanlage
ist verantwortlich, wenn etwas passiert und schließt typischerweise mehrere
Versicherungen ab, um potenzielle Risiken zu minimieren.

Da der Verpächter der Landesbetrieb Wald und Holz ist, steht der landeseigene
Forstbetrieb dem Projekt positiv gegenüber. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens werden aber die Forstämter auch zur Prüfung des Projektes einbezogen.

Das wird im Rahmen des Genehmigungsverfahrens abgefragt.

Der Antrag wird von der Unteren Immisssionschutzbehörde am Landratsamt Olpe
bearbeitet, die auch - wenn das sachlich gerechtfertigt ist - die Genehmigung
erteilt. Im Verfahren werden alle Träger öffentlicher Belange mit einbezogen, die
für ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereich dem Antrag zustimmen oder ablehnen.

Die Landesregierung hat im August 2023 die pauschale Abstandsregelung von
1.000 m zu Wohngebäuden abgeschafft. Der Regionalplan, in dem der
Regionalrat des Bezirks Arnsberg eigene Regelungen treffen kann, ist derzeit
noch in der Bearbeitung.

Der Zeitplan sieht eine Einreichung des Genehmigungsantrags noch in 2023 vor.
Mit einer Genehmigung rechnen wir erfahrungsgemäß im Jahr 2025. Einen Stichtag gibt es nach unserer Kenntnis nicht.

Die BNetzA kann und wird erst im Ausschreibungsverfahren nach Erhalt der
Genehmigung eingeschaltet. Derzeit gibt es keinen Stand.

Derzeit befinden wir uns in der Vorbereitung des Genehmigungsantrags nach
BImSchG, das Genehmigungsverfahren ist noch nicht gestartet.

Eine Entscheidung über unseren Genehmigungsantrag erfolgt auf der Basis der zum Zeitpunkt der Genehmigung geltenden Gesetze. Wenn eine neue Regierung nachträglich andere Gesetze oder Verordnungen erlässt, dann haben wir aufgrund der dann erteilten Genehmigung einen Bestandsschutz. Der Windpark kann weiter betrieben werden.

Derzeit gibt es keine planungsrechtlichen Vorrangzonen, auch die Gemeinden Kirchhundem und Lennestadt haben für das jeweilige Stadtgebiet nichts geregelt.
Der Regionalplan, der hier steuernd tätig wird, ist jedoch gerade in der Neuaufstellung. Wann er beschlossen wird, können wir nicht sagen.

Die Kompensation von Waldverlusten im Zusammenhang mit dem Bau von
Windenergieanlagen kann durch verschiedene Maßnahmen erfolgen, die in der Regel von den Umweltbehörden koordiniert werden. Dazu zählen: Aufforstung,
Renaturierung, Schutzgebiete und Biotop-Entwicklung.

Ja, nach § 31 Abs. 5 des LNatSchG des Landes NRW muss beim Bau einer Windkraftanlage für die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes eine Ersatzzahlung geleistet werden.

Das können wir nicht beeinflussen und/oder entscheiden.

C) Mensch, Tourismus, Umwelt- & Naturschutz

Von Windkraftanlagen gehen Schallemissionen aus. Diese werden im
Genehmigungsverfahren gutachterlich errechnet und dargestellt sowie von der
Immissionsschutzbehörde geprüft und bewertet. Die Grenzwerte der TA Lärm
(nachts max. 35 dBA in reinem Wohngebiet, max. 40 dBA im allgemeinen
Wohngebiet und max. 45 dBA in Dorf- und Mischgebieten) sind in jedem Fall von
den Windkraftanlagen einzuhalten.

Windräder erzeugen wie alle anderen technischen Geräte (z.B. Heizung,
Waschmaschine, Auto etc.) Schall im niedrigfrequenten Bereich (Infraschall im
Bereich 8-20 Hz). Das menschliche Ohr kann solche Töne in der Regel nicht
mehr hören. Wissenschaftliche Studien haben bislang keinen Nachweis erbracht,
dass der von Windrädern ausgehende Infraschall schädlich für die Gesundheit
ist.

Windkraftanlagen werfen bei Sonnenschein im Betrieb rotierende Schatten.
Wie viel bei benachbarten Wohngebäuden davon ankommt, wird im
Genehmigungsverfahren gutachterlich errechnet und dargestellt sowie von der
Immissionsschutzbehörde geprüft und bewertet. Die Grenzwerte der
Schattenwurfrichtlinie (max. 30 Stunden pro Jahr, max. 30 Minuten pro Tag) sind
in jedem Fall von den Windkraftanlagen einzuhalten. Bei Überschreitungen
werden die Windkraftanlagen automatisch abgeschaltet.

Der gesetzliche Rahmen ist durch die TA Lärm vorgegeben. Hier gilt nachts max.
35 dBA in reinem Wohngebiet, max. 40 dBA im allgemeinen Wohngebiet und
max. 45 dBA in Dorf- und Mischgebieten. Sollten diese Werte im Betrieb überschritten werden, können Sie eine Überprüfung und ggf. Maßnahmen zur
Lärmreduzierung einfordern.

Die CO2-Bilanz einer Windkraftanlage ist positiv. Während der Herstellung,
Installation und Wartung einer Windkraftanlage entstehen zwar CO2-Emissionen.
Diese werden jedoch während des Betriebs durch die Erzeugung sauberer
Energie schnell kompensiert. In der Regel erreicht eine Windkraftanlage bereits
nach wenigen Monaten bis maximal einem Jahr ihre "CO2-Null" - das bedeutet,
dass sie mehr CO2 einspart als bei ihrer Herstellung und Betrieb entstehen.

Nach einer Studie des Umweltbundesamtes verursacht die Herstellung von
Windenergieanlagen die größten Umweltwirkungen, hauptsächlich bedingt durch
die Menge und Herstellung der eingesetzten Materialien wie Beton und Metalle.
Die Herstellung der Kabel hat den zweitgrößten Anteil an Umweltwirkungen. Die
energetischen Amortisationszeiten der WEA zeigen, dass die eingesetzte
Primärenergie bereits nach wenigen Monaten zurückgewonnen wird. (vgl.
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/aktualisierung-bewertung-deroekobilanzen-von)

Das Gas Schwefelhexafluorid SF6 wird in allen elektrischen Schaltanlagen
eingesetzt, nicht nur in Schaltstationen von Windkraftanlagen. Bis jetzt konnte die
Industrie noch keine geeignete Alternative auf den Markt bringen. Die Anlagen, in
denen SF6 eingesetzt wird, sind aber gasdicht verschlossen und verfügen über
Drucksensoren, um auch minimalen Gasaustritt sofort erkennen und darauf
reagieren zu können. Selbstverständlich wird SF6 vor dem Abbau einer
Windkraftanlage abgesaugt und geregelt entsorgt.

  • Uhu (Rimmert)
    Der Uhu gilt nicht als konfliktgefährdet, wenn der Abstand der Rotorblätter zum
    Boden mindestens 80 m beträgt. Man geht davon aus, dass der Uhu in der Regel
    nicht in diesen Höhen fliegt und jagt.
  • Wildkatze (Kammer, Mirmke, Hardt)
    Bauzeitbeschränkungen während der Wurf- und Aufzuchtzeit sowie Einrichten
    von wildkatzengeeignetem Gebüsch, falls derartige Strukturen beim Bau entfernt
    werden müssten.
  • Schwarzstorch (Kammer, Mirmke, Inken)
    Der Schwarzstorch gilt nicht als konfliktgefährdet, da die Art nicht auf
    Höhenrücken, sondern in Bachtälern jagt. Zudem hat die Vergangenheit gezeigt,
    dass der Schwarzstorch Gefährdungen durch Windkraftanlagen gut ausweicht.
  • Mäusebussard
    Im Leitfaden "Umsetzung des Arten- und Habitatschutzes …" des LANUV sind für
    den Mäusebussard keine Schutzmaßnahmen vorgesehen. Das gilt umso mehr
    bei Windkraftanlagen im Wald, da der Mäusebussard ein Offenlandjäger ist.
  • Schlingnatter
    Der Baubereich wird vor Beginn der Arbeiten auf das Vorhandensein von
    Schlingnattern abgesucht und anschließend mit geeigneten Zaunsperren
    gesichert.
  • Fledermäuse (Hardt)
    Die Windkraftanlagen werden zu den Zeiten, in denen Fledermäuse aktiv sind,
    abgeschaltet. Dabei handelt es sich um die Nächte ohne Niederschlag bei einer
    Temperatur über ca. 10° Celsius und moderaten Windgeschwindigkeiten bis ca. 6
    m/s.
  • Rehwild
    Keine Schutzmaßnahmen erforderlich. Das Rehwild meidet Baustellen von sich
    aus, gewöhnt sich aber im Betrieb sehr schnell an die Windkraftanlagen und wird
    durch sie weder gestört noch gefährdet.
  • Schwarzwild
    Keine Schutzmaßnahmen erforderlich. Das Schwarzwild meidet Baustellen von
    sich aus, gewöhnt sich aber im Betrieb sehr schnell an die Windkraftanlagen und
    wird durch sie weder gestört noch gefährdet.

Die genannten Parteien werden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens
miteinbezogen.

Neben den Baumaßnahmen sind uns keine "unmittelbaren Veränderungen der
Natur" bekannt. Vielleicht kann die Frage noch konkretisiert werden.

Uns sind keine derartigen Stellungnahmen bekannt. Der Belang ist jedoch im
Regionalplanverfahren und auch im Genehmigungsverfahren zu prüfen.

Uns ist die Anfrage und auch die Antwort darauf nicht bekannt. Der Belang "Tourismus" ist jedoch im Regionalplanverfahren und auch im Genehmigungsverfahren zu prüfen.

Von der B55 auf die K18 und von dort östlich oder von der B55 bei Oberveischede direkt weitgehend auf bestehenden Waldwegen über die Einsiedelei zum Windpark

Es wird für diesen Zweck keine Verkehrsführung von uns geben. Die Frage kann
evtl. der Landesbetrieb Wald und Holz besser beantworten.

Nein. Auch das wird vor Genehmigung durch entsprechende Fachgutachter
untersucht, von der Wasserbehörde geprüft und - bei Richtigkeit - freigegeben.

Nein, es ist kein Schwerlasttransport über die Straße Im Inken geplant.

Windturbinenblätter bestehen in der Regel wie auch viele Komponenten von
Booten, Flugzeugen, Autos aus glas- und kohlefaserverstärkten
Verbundwerkstoffen, einem Kernmaterial wie Holz oder
Polyethylenterephthalatschaum (PET) und Kleber aus Harz. Siemens hat aber
ein System entwickelt, um den Kleber aufzulösen und die Verbundstoffe
sortenrein zurückzugewinnen. Die Entsorgung erfolgt zurzeit in einem Recycling
- wo möglich - oder in der thermischen Verwertung z.B. als Zuschlagstoff in der
Zementindustrie.

D) Projekt & Infrastruktur

Der Beton wird in der Regel vor Ort zerkleinert und kann entweder für andere
Bauprojekte recycelt oder als Füllmaterial wiederverwendet werden. Der Rückbau
wird so durchgeführt, dass die Umweltauswirkungen minimal sind und alle
geltenden Sicherheits- und Umweltstandards eingehalten werden.

Ein Großteil der Materialien von Windenergieanlagen sind recycelbar (80 - 90 %).
Die Herausforderung lag bisher bei der Entsorgung der Verbundwerkstoffe der
Rotorblätter. Der Hersteller Siemens Gamesa, mit dessen Anlagen wir planen,
hat recyclebare Rotorblätter entwickelt.

Wir planen mit Anlagen des Unternehmens Siemens Gamesa. Die Rotorblätter
des Herstellers sind recycelbar: Die Carbonfasern der Rotorblätter werden mit
einem neuen Harz verklebt, das sie deutlich besser wiederverwertbar macht. Am
Ende der Lebensdauer der Anlage (angelegt auf 25 Jahre) können die
Materialien der Rotorblätter deshalb getrennt und recycelt werden.

Nach Erhalt der Genehmigung, Tarifzuschlag bei der BNetzA und in Abhängigkeit
von den Lieferzeiten der Hersteller der Windkraftanlagen und evtl. des
Umspannwerks.

Ca. 9 - 12 Monate später

Nach Einreichung des Genehmigungsantrags und der Vollständigkeitserklärung
werden die Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt und können eingesehen
werden. Bis zu diesem Zeitpunkt können Sie sich bei uns über den
Planungsstand informieren.

Die Genehmigung erfolgt nach dem BImSchG, ob sich durch das Beschleunigungsgesetz im Genehmigungsverfahren zeitliche Vorteile für uns ergeben, muss sich im Verlauf des Verfahrens zeigen.

Für uns ergeben sich in der Planung keine Änderungen. Ob sich durch das
Beschleunigungsgesetz Änderungen im Genehmigungsverfahren ergeben, wird
sich erst im Verlauf des Verfahrens zeigen.

Von der B55 auf die K18 und von dort östlich oder von der B55 bei
Oberveischede direkt weitgehend auf bestehenden Waldwegen über die
Einsiedelei zum Windpark

Von der B55 auf die K18 und von dort östlich oder von der B55 bei
Oberveischede direkt weitgehend auf bestehenden Waldwegen über die
Einsiedelei zum Windpark

Die genaue Anzahl der Transporte variiert aufgrund von spezifischen
Anforderungen des Herstellers und logistischen Überlegungen des Lieferanten.
Ein grober Richtwert ist, dass pro Windrad etwa 15 Schwertransporte nötig sind.
Dazu kommen noch ca. 150 LKW für den Antransport des Betons für das
Fundament.

Der Netzbetreiber ist verpflichtet, den aus Windkraftanlagen produzierten Strom
aufzunehmen. Speichertechnologie muss daher auf Seiten der Netzbetreiber zur
Verfügung gestellt werden. Dies ist auch aus Effizienzgründen sinnvoller, statt für
jeden Windpark kleinere Speichereinheiten vorzusehen.

Der Netzbetreiber ist verpflichtet, den aus Windkraftanlagen produzierten Strom
aufzunehmen. Speichertechnologie muss daher auf Seiten der Netzbetreiber zur
Verfügung gestellt werden. Dies ist auch aus Effizienzgründen sinnvoller, statt für
jeden Windpark kleinere Speichereinheiten vorzusehen.

Der Netzanschlusspunkt wird uns erst nach Erhalt der Genehmigung und des
Tarifzuschlags verbindlich zugeteilt.

Falls kein Umspannwerk den produzierten Strom aufnehmen kann,
werden wir ein eigenes Umspannwerk für den Windpark errichten.

Wo es technisch möglich ist, werden die Kabel mit einem Kabelpflug verlegt.
Wenn das nicht geht, dann muss gebaggert werden.

Wir gehen von einem Ertragsfaktor von 30 % aus. Das heißt, dass die Anlage
rechnerisch zu 30 % der möglichen Zeit (Stunden im Jahr) in Volllast läuft. Es
liegen uns allerdings keine Angaben darüber vor, wie viel Prozent des
Stromertrags einer Windenergieanlage oder einer anderen Stromquelle am Ende
genau genutzt wird.

Das Fundament hat einen Durchmesser von 25 - 30 Metern und eine ungefähre
Tiefe von drei Metern. Es erfordert daher nach einer ersten Schätzung ungefähr
1.500 - 2.000 m³ Beton. Je nach örtlichen Gegebenheiten werden aber nicht die
vollen drei Meter im Boden versenkt. Es kann beispielsweise auch sein, dass zwei
Meter unterhalb und ein Meter oberhalb der Erde liegen.

Wir gehen von einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren aus.

Die Anlagen werden nach endgültiger Stilllegung abgebaut.

Windturbinenblätter bestehen in der Regel wie auch viele Komponenten von
Booten, Flugzeugen, Autos aus glas- und kohlefaserverstärkten
Verbundwerkstoffen, einem Kernmaterial wie Holz oder
Polyethylenterephthalatschaum (PET) und Kleber aus Harz.

Der Bau von Windenergieanlagen unterliegt verschiedenen Risiken, die zu einer
Verzögerung im Zeitplan führen können. Dazu zählen lange
Genehmigungsverfahren, Lieferprobleme beim Anlagenhersteller,
Transportverzögerungen und Netzanschlussprobleme bzw. Kapazitätsengpässe
in der Netzinfrastruktur.

Nach heutigem Stand ist das die neueste Technologie, zum Bauzeitpunkt sind
die Anlagen "Stand der Technik".

Neujahrsgruß 2024

Wir wünschen Euch, Euch wünschen wir ein glückseliges Neues Jahr! Prost Neujahr!

Liebe Benolper Dorfkinder, Dorfjugend, Dorfeltern und Dorfgroßeltern, dem Gruß aus unserem Neujahrslied, das – den Jungmännern und Junggebliebenen sei Dank! – auch in diesem Jahr wieder von Haus zu Haus gesungen wird, schließe ich mich sehr gerne an! Mögen Eure Wünsche und Hoffnungen in Erfüllung gehen, Eure Ideen und Pläne gelingen und die Gesundheit stets an Eurer Seite sein!

Ich wünsche dies besonders den Erkrankten aus unseren Reihen! Vergessen möchte ich auch jene nicht, die um einen lieben Menschen trauern oder denen der Jahreswechsel aus anderen Gründen nicht so viel Freude bereiten kann, weil zum Beispiel Sorgen und Zukunftsängste sie plagen; für diese hoffe ich, dass sich alles zum Guten wenden wird! – „Viel Glück und Segen bringt Gott, der Herr!

Der Blick zurück ins Jahr 2023 zeigt, dass sich unser Dorf an vielen Ecken und Enden als sehr aktiv erweist. Daher gilt der Dank insbesondere denen, die sich ehrenamtlich in welcher Form auch immer engagieren, um unser Dorfleben am Leben zu erhalten: Die Pflege der Grotte, die Gedenkfeier am Volkstrauertag, die Müllsammlung zum Osterputz, der Blumenschmuck im Dorf oder die Pflege des Spiel- und Bolzplatzes seien dazu (viel zu wenige!) Beispiele, die das Highlight im vergangenen Jahr gewissermaßen einrahmen: den Kohlenmeiler, der von vielen Menschen aus unserem Dorf mitgetragen wurde und deswegen erst durchgeführt werden konnte. Danke dafür in alle Richtungen und an alle Vereine und Gruppen unseres Dorfes!

Die vorige Aufzählung ergänzend möchte ich an dieser Stelle einmal die Bemühungen unseres Pfarrgemeinderats hervorheben, der in regelmäßigen Abständen versucht, „die Kirche im Dorf zu lassen“ und mit vielfältigen Aktionen und Angeboten für Jung und Alt kirchliches und religiöses Leben insgesamt zu bewahren und weiterzudenken. Vielen Dank für Euren Einsatz bei etlichen Spielenachmittagen, alternativen Gottes- und Nächstendiensten rund um unsere Kirche und natürlich bei der Fertigstellung des Pfarrgartens, den wir Anfang September einweihen durften. All das lässt hoffen, dass „zu einer Kirche, zu einer Sankt Elisabeth darinnen“ auch in Zukunft nicht nur an Weihnachten gesungen wird!

„O höchster Herr, o höchste Frau, wir wünschen Euch des Himmels Tau, viele Früchte auf das Feld, einen Beutel voller Geld! Das soll der Segen sein in diesem Jahr 2024!


Für 2024 stehen viele der liebgewonnenen Traditionen und jünger ins Leben gerufene Aktivitäten wieder auf unserem Dorfplan, natürlich „Schützenfest & Co.“, aber auch „Osterputz & Co.“. Die Terminierungen und weitere Informationen findet Ihr rechtzeitig und wie gewohnt hier auf unserer Website www.benolpe.de oder in unserer Dorf-WhatsApp-Gruppe.

Erwähnen möchte ich schon einmal, dass ein nächster Dorftreff ins Auge gefasst worden ist, für den wir aber noch den geeigneten Termin suchen müssen. Neben den bekannten Themen wird es auch noch einmal um den Rückblick auf den Kohlenmeiler gehen.

Im Frühjahr 2024 stehen Reparaturen und Neubauten auf unserem Spielplatz an. Die IG Spielplatz Benolpe konnte im vergangenen Jahr mehrere Förderungen abrufen, sodass nun insgesamt über 8.000 Euro für ein U3-Spielgerät und weitere kleinere Spielgeräte investiert werden können; zudem konnte das Kletternetz, das in die Jahre gekommen und nicht mehr TÜV-tauchglich war, aus eigener Kraft repariert werden. Die Aktion wird rechtzeitig angekündigt, sodass die IG hoffentlich auf Eure Mithilfe wird zählen können. Alles Weitere dann zu seiner Zeit…

So viel Glück und Segen sei vom Himmel her!“ Das sei abschließend mein Wunsch für Euch alle!

Es grüßt Euer Ortsvorsteher
Thomas Weidebach

Benolpe im Krieg: Briefe in die Heimat (IV) – Greasque 1948

Wer kennt sie nicht, die „guten Wünsche“, die sicher in keiner Zeit des Jahres öfter ausgesprochen werden als an Weihnachten oder um Weihnachten herum? Ein Kernsatz der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums lautet: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ und in diesem Jahr 2023 wirkt er zeitgemäßer denn je!

Es wäre naheliegend, in diesem Zusammenhang auf aktuelle Kriegsereignisse einzugehen, doch an dieser Stelle möchte ich Texte betrachten, deren letzter vor 75 Jahren verfasst wurde. Geschrieben hat sie der Benolper Erwin Löcker, der 1943 als 18-jähriger in den Kriegsdienst einberufen wurde. Er diente zunächst in Dänemark, wurde später nach Frankreich verlegt und geriet dort im August 1944 in Gefangenschaft, die bis unmittelbar vor Weihnachten 1948 andauern sollte.

In losen Abständen publizieren wir hier Abschriften seiner Briefe, die er zur Weihnachtszeit an seine Mutter Franziska Löcker, sein Vater Franz starb am 02.07.1941, aus dem südfranzösischen Gefangenenlager Aubagne (Bouches du Rhone) bzw. einer Zeche im nahe gelegenen Greasque, wo er im Bergbau arbeitete, bzw. arbeiten musste, schrieb:

Greasque, den 29. November 1948

Meine liebe Mutter!
Ja, nun ist es endlich doch so weit. 5 Jahre lang habe ich Dir nun Briefe geschrieben, aber so einen freudigen wie diesen hast Du bestimmt noch nicht von mir erhalten, denn ich komme nämlich noch vor Weihnachten nach Hause. Ich kann es selbst noch nicht fassen, dass ich wirklich wieder nach Hause kommen soll, aber es ist wirklich wahr und zwar 100%ig. Im letzten Brief habe ich Dir glaube noch geschrieben, dass es unmöglich ist, vor Weihnachten nach Hause zu kommen und das stimmte auch. Diesen Bescheid hatte uns nämlich das Arbeitsamt gegeben. Man hatte uns aber auch gleich auf dem Arbeitsamt gesagt, wenn wir eine Bescheinigung von unserem Arbeitgeber bringen würden, dass dieser einverstanden wär, könnten wir natürlich fahren. Nun haben wir aber gedacht, dass wir die niemals bekommen würden und hatten uns auch schon damit abgefunden. Ruhe gelassen hat es aber einigen doch nicht und die haben sich dann zusammen gerafft und
haben unseren Arbeitgeber gefragt und die Antwort war ein voller Erfolg. Ohne zu zögern hat er Ja gesagt und damit war unsere Lage gerettet, das war heute morgen. Am Samstag den 04. Dezember, hier wird ja sowieso nicht gearbeitet, weil am 04. Dezember Barbaratag ist, also das Schutzfest der Bergleute, fahren wir nach Marseille und reichen unsere Ausreisepapiere ein und am 19. Dezember geht’s dann von hier fort. Wir können nicht früher fahren, da die Mine den Tag festgelegt hat. Ich schaffe es auch sowieso vor hl. Abend noch, denn ungefähr am 23. Dezember bin ich zu Hause, aber da schreibe ich beim nächsten mal noch genauer drüber. Was am 23. Dezember 1943 los war, wirst Du ja sicher auch noch wissen, ich muss schon sagen, das habe ich gut hingekriegt, aber das hätte ich mir damals auch nicht träumen lassen. 5 Jahre ist doch eine ganz schön lange Zeit.
(Anmerkung: Erwin hatte gemäß Soldbuch, das am 26.05.1943 ausgestellt wurde, vom 07.12. – 22.12.1943 Heimaturlaub, von da an war er wieder im Einsatz und geriet am 25.08.1944 in Gefangenschaft, was ebenfalls im Soldbuch vermerkt ist).
Ich werde Dir noch 2mal schreiben und zwar am 05. und 12. Dezember und dann ist Schluss, dann hat das Briefeschreiben auch endlich aufgehört. An Dich habe ich noch eine Bitte und zwar schreibe mir nicht mehr nach dem 10. Dezember, denn ich möchte nicht, dass hier noch Briefe von Dir ankommen, wenn ich nicht mehr hier bin, denn andere Leute geht das nichts an, was Du mir schreibst. Sage auch bitte allen anderen Bescheid, dass sie nicht mehr schreiben sollen. Bruno, Herbert und allen anderen, die mir vielleicht zu Weihnachten geschrieben hätten. Adolf und Fritz schreibe ich selber. Hoffentlich hast Du noch kein Weihnachtspaket abgeschickt, das wäre nämlich schade um den Inhalt. Ich arbeite bis zum 15. Dezember, es ist gerade noch eine volle Dekade, mit morgen eingerechnet nur noch 13 Arbeitstage.
So gut wie die Stimmung hier jetzt ist, war sie schon lange nicht mehr und das kannst Du Dir ja sicher auch selbst vorstellen. Waschen tue ich hier gar nichts mehr. Für mich zwar angenehm, für Dich dagegen wohl nicht, aber ich habe wirklich keine Lust mehr dazu. Nun habe ich Dir von meiner Heimkehr geschrieben, aber im Moment ist das auch das Wichtigste, das Andere ist alles Nebensache.
Seit heute ist auch der Streik beendet, es läuft alles wieder normal.
Nochmals alles Gute und bis zum baldigen Wiedersehen Liebe Grüße Dein Erwin

Nun hätte ich aber bald das Wichtigste vergessen, und zwar schreib mir doch mal, welche Strecke ich am besten fahre vom Entlassungslager Bretzenheim (Mainz) aus? Nur die Strecke, keine Anschlüsse, weil ich ja noch nicht weiß, wann ich in Bretzenheim ankomme und wann ich von dort wieder abfahren kann.


Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Reiner und Thomas Löcker, die dem Archiv des Heimat- und Fördervereins einen großen dorfgeschichtlich relevanten Fundus aus dem Nachlass Leni Löckers zur Verfügung gestellt und der Veröffentlichung vorstehender Texte zugestimmt haben.

Benolpe im Krieg: Briefe in die Heimat (III) – Depot de Aubagne 1945

Wer kennt sie nicht, die „guten Wünsche“, die sicher in keiner Zeit des Jahres öfter ausgesprochen werden als an Weihnachten oder um Weihnachten herum? Ein Kernsatz der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums lautet: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ und in diesem Jahr 2023 wirkt er zeitgemäßer denn je!

Es wäre naheliegend, in diesem Zusammenhang auf aktuelle Kriegsereignisse einzugehen, doch an dieser Stelle möchte ich Texte betrachten, deren letzter vor 75 Jahren verfasst wurde. Geschrieben hat sie der Benolper Erwin Löcker, der 1943 als 18-jähriger in den Kriegsdienst einberufen wurde. Er diente zunächst in Dänemark, wurde später nach Frankreich verlegt und geriet dort im August 1944 in Gefangenschaft, die bis unmittelbar vor Weihnachten 1948 andauern sollte.

In losen Abständen publizieren wir hier Abschriften seiner Briefe, die er zur Weihnachtszeit an seine Mutter Franziska Löcker, sein Vater Franz starb am 02.07.1941, aus dem südfranzösischen Gefangenenlager Aubagne (Bouches du Rhone) bzw. einer Zeche im nahe gelegenen Greasque, wo er im Bergbau arbeitete, bzw. arbeiten musste, schrieb:

Erster Weihnachtstag 1947
Meine liebe Mutter!
Heute am Weihnachtstag will ich auch Deiner gedenken, wie ich auch schon die ganzen Tage an Dich und an Euch alle gedacht habe. Ja, es ist nun schon das 5. Weihnachtsfest, was ich in der Fremde feiern muss und hoffe nur, dass dies das letzte Weihnachtsfest ist, was ich nicht zu Hause verleben kann. Ich will heute nun nicht gerade allzu hoffnungslos schreiben, denn es ist ja Weihnachten da, na ja für heute genug davon.
Nun musste ich erst einmal aufhören, denn gerade kamen einige Kameraden von der Kantine rüber und wollten mich unbedingt mit rüberholen und da habe ich erst einmal meine ganze Redekunst aufwenden müssen, um die Helden (?) überhaupt erst einmal wieder los zu werden. Aber ich habe es geschafft, aber nur mit dem Versprechen, dass ich nachher noch rübergehen will.
Gestern Abend habe ich übrigens noch einen Brief von Dir bekommen und die wunderbare Karte (Anmerkung: Die Vorderseite zeigt Benolpemotiv, siehe Anlage) von ? Also wie ich mich darüber gefreut habe, kann ich Dir gar nicht sagen. Also sag ? bitte, dass ich mich über die Karte riesig gefreut habe und dass ich mich herzlich bedanke. Ich glaube, ich habe die Karte nun schon unzählige Male angesehen und habe sie auch gleich so aufgestellt, dass ich sie immer vor Augen habe. Deine Päckchen sind noch nicht angekommen, aber ich hätte auch nicht gewusst, wohin mit all dem Zeug, denn was wir hier für ein schönes Weihnachten feiern, kann ich Dir im Brief gar nicht schildern. Beim nächsten Brief werde ich versuchen, Dir ungefähr ein Bild davon zu geben, wie wir hier unsere Weihnachtstage verlebt haben. Ganz besonders habe ich aber an den kleinen Karl-Josef gedacht (Ihr müsst schon entschuldigen, dass ich immer noch kl. Karl-Josef schreibe, aber ich kenne ihn von früher her ja nur so und möchte ihn auch so in Erinnerung behalten), denn für ihn hätte ich hier viel an Süßigkeiten, wie er sie in den letzten Jahren noch nicht wieder gesehen hat. Und für mich ist es unmöglich das alles zu essen, …… (folgende Zeilen nicht lesbar)
Nun muss ich leider schon wieder schließen, denn der Brief ist mir zu schnell voll geworden. Den Weihnachtsbericht werde ich Dir in dem nächsten senden. Entschuldige bitte die Schrift, aber die Helden lassen mir keine Ruhe. Nochmals viele Grüße. Dein immer an Dich denkender Erwi
n

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Reiner und Thomas Löcker, die dem Archiv des Heimat- und Fördervereins einen großen dorfgeschichtlich relevanten Fundus aus dem Nachlass Leni Löckers zur Verfügung gestellt und der Veröffentlichung vorstehender Texte zugestimmt haben.

Unterwegs in Wald & Flur (III) – Wie lagert man Brennholz richtig?

Der erste richtige Schnee kam früh in diesem Jahr! Es wird also Zeit seine Schäfchen – pardon – sein Holz ins Trockene zu bringen. Viele beziehen ihr Brennholz aus Benolpe oder schlagen es selber in den eigenen „Haubergen“.

Nach Abtransport und Sägearbeiten ist die richtige Lagerung von Brennholz wichtig, um sicherzustellen, dass es einerseits effizient verbrennt und andererseits die Bildung von Schimmel und Fäulnis verhindert wird. Die richtige Lagerung hat einen erheblichen Einfluss auf die Qualität des Brennholzes. Hier sind einige Tipps, wie man Brennholz am besten lagert:

  1. Belüftung:
    Lagert das Brennholz an einem gut belüfteten Ort. Dies hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren und Schimmelwachstum zu verhindern. Stapelt das Holz so, dass Luft zwischen den Stämmen zirkulieren kann.
  2. Abstand vom Boden:
    Hebt das Holz vom Boden an, indem Ihr stabile Paletten oder Holzunterlagen verwendet. Dadurch wird verhindert, dass Feuchtigkeit vom Boden aufgenommen wird, was die Bildung von Schimmel begünstigt.
  3. Dachabdeckung:
    Lagert das Holz unter einem Dach, um es vor Regen und Schnee zu schützen. Dies hilft, die Holzfeuchte niedrig zu halten und die Trocknungszeit zu verkürzen.
  4. Sonneneinstrahlung:
    Vermeidet direkte Sonneneinstrahlung auf den Holzstapel. Obwohl ein gewisses Maß an Sonne hilfreich sein kann, um das Holz zu trocknen, kann zu viel Sonneneinstrahlung das Austrocknen beschleunigen und das Holz spröde machen. Dabei geht auch dann Brennwert verloren.
  5. Luftzirkulation:
    Achtet darauf, dass zwischen verschiedenen Holzstapeln und einzelnen „Knüppen“ (Hochdt. Holzscheit) genügend Platz für die Luftzirkulation vorhanden ist. Dies fördert die Trocknung und reduziert das Risiko von Schimmelbildung.
  6. Holzart:
    Einige Holzarten trocknen schneller als andere. Hartholz wie Eiche und Esche hat tendenziell einen niedrigeren Feuchtigkeitsgehalt als Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer.
  7. Trocknungszeit:
    Lasst dem Holz genügend Zeit zum Trocknen, bevor Ihr es verwenden. Frisch geschlagenes Holz enthält viel Feuchtigkeit, und es kann mehrere Monate dauern, bis es vollständig getrocknet ist.
  8. Stapeltechnik:
    Stapelt das Holz in loser, luftiger Formation, um die Luftzirkulation zu fördern. Vermeidet dichte Stapelungen, die die Luftbewegung behindern könnten.

Diese Tipps helfen, dass Euer Brennholz maximal effizient und ohne Probleme verbrennt. Viel Spaß bei langen, gemütlichen Winterabenden am eigenen Kamin!

Interesse an Kaminholz? Wir vermitteln gerne, schickt einfache eine Mail an heimatverein@benolpe.de

Titelfoto von Radek Grzybowski , Unsplash

Benolpe im Krieg: Briefe in die Heimat (II) – Depot de Aubagne 1944

Wer kennt sie nicht, die „guten Wünsche“, die sicher in keiner Zeit des Jahres öfter ausgesprochen werden als an Weihnachten oder um Weihnachten herum? Ein Kernsatz der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums lautet: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ und in diesem Jahr 2023 wirkt er zeitgemäßer denn je!

Es wäre naheliegend, in diesem Zusammenhang auf aktuelle Kriegsereignisse einzugehen, doch an dieser Stelle möchte ich Texte betrachten, deren letzter vor 75 Jahren verfasst wurde. Geschrieben hat sie der Benolper Erwin Löcker, der 1943 als 18-jähriger in den Kriegsdienst einberufen wurde. Er diente zunächst in Dänemark, wurde später nach Frankreich verlegt und geriet dort im August 1944 in Gefangenschaft, die bis unmittelbar vor Weihnachten 1948 andauern sollte.

In losen Abständen publizieren wir hier Abschriften seiner Briefe, die er zur Weihnachtszeit an seine Mutter Franziska Löcker, sein Vater Franz starb am 02.07.1941, aus dem südfranzösischen Gefangenenlager Aubagne (Bouches du Rhone) bzw. einer Zeche im nahe gelegenen Greasque, wo er im Bergbau arbeitete, bzw. arbeiten musste, schrieb:

Meine liebe Mutter!
Zunächst wünsche ich Dir ein frohes und gesundes Weihnachtsfest und ein glückseliges Neujahr. Es ist nun schon das 2. Weihnachtsfest was ich in der Gefangenschaft erlebe und das 3. wo ich nicht zu Hause war. Ich will doch hoffen, dass wir das nächste wieder gemeinsam feiern können. Ich werde an diesen Tagen an euch denken und im Geiste auch dabei sein. Einen Weihnachtsbaum musst Du Dir aber auch machen, schon allein wegen dem kleinen Karl-Josef und blas ja keine Trübsal, denn beim nächsten Jahr bin ich wieder dabei. Was macht denn eigentlich der kleine Karl-Josef noch? Ich muss doch schon mal an ihn denken, wie ich überhaupt jeden Tag an euch alle denke. Es ist nun bereits 1 Jahr her, dass ich euch zum 1. Mal geschrieben habe, und zwar am 29. November 1944 und bis heute habe ich noch keine Nachricht von Dir, manchmal denke ich doch, dass vielleicht etwas passiert ist, aber das will ich doch nicht hoffen, zumal mir jetzt ein Kamerad aus dem Siegerland, der im Mai in Gefangenschaft gekommen ist, erzählte, dass auch im Siegerland der Krieg gewütet hat und von da aus ist es ja nicht mehr weit. Liegt denn bei euch auch schon Schnee oder wie ist es jetzt? Hier wird ja wohl auch dieses Jahr wieder kein Schnee fallen, genau wie die vergangenen Jahre auch. Kalt wird es allerdings jetzt auch allmählich. Von mir kann ich Dir ja nichts Neues berichten, es ist ja immer dasselbe. Sorgen brauchst Du Dich um mich bestimmt nicht zu machen, mir geht es wirklich immer noch gut und dasselbe hoffe ich ja auch ganz stark von Dir und auch allen anderen. Nach jedem einzelnen kann ich mich nun auch nicht erkundigen, das wäre zu viel. Was machen die Benolper Jungens noch alle? Ich wünsche Dir und allen anderen nun alles Gute und verbleibe mit den besten Grüßen und Wünschen. Dein Erwin


Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Reiner und Thomas Löcker, die dem Archiv des Heimat- und Fördervereins einen großen dorfgeschichtlich relevanten Fundus aus dem Nachlass Leni Löckers zur Verfügung gestellt und der Veröffentlichung vorstehender Texte zugestimmt haben.

Benolpe räumt mit drei Projekten beim Klimaschutzpreis ab

Im vergangenen Juli hat die Gemeinde Kirchhundem zusammen mit der Firma Westenergie für den Klimaschutzpreis 2023 geworben. Westenergie und Partnerkommunen starten jedes Jahr den Wettbewerb zum Wohle des Klimas in den Kommunen. Gemeinsam bewerten sie die Bewerbungen und zeichnen lokale Projekte mit dem Westenergie Klimaschutzpreis aus. In einer kleinen Feierstunde wurden vor einigen Tagen nun die Gewinner ausgezeichnet.

Benolper standen dabei gleich mehrfach auf der Liste!

Größter Erfolg war der 2. Platz für das eingereichte Projekt „Lebensraumvielfalt am Hardtplatz: ein Beispiel für nachhaltige Artenförderung“. Der Heimat- und Förderverein freut sich über ein Preisgeld von 300,- €.

Worum ging es im Projekt? Rund um die Benolper Meilertage wurden der Hardtplatz mit den umliegenden Fluren und Wäldern in diesem Sommer tüchtig auf Vordermann gebracht. Die Förderung einer nachhaltigen Artenvielfalt ist dabei ein wichtiges Thema, um das vom Borkenkäfer geschädigte Landschaftsbild rund um das Benolper Kreuz wieder aufzupäppeln. Viele Tierarten müssen sich anpassen und neuen Lebensraum finden. Schon in den letzten Jahren wurden dort neue Arten von Laubbäumen gepflanzt und so ein Ort für viele Vogelarten geschaffen. Daher wurden Nistkästen für Meisen, Spatzen, Eulen und Fledermäuse auf deren individuelle Bedürfnisse selbst gebaut und aufgehängt. Im nächsten Schritt soll das in die Jahre gekommene Insektenhotel in der Wiedmicke renoviert werden.

Quelle Foto: facebook, Gemeinde Kirchhundem

Benolper Beteiligung gab es auch durch Hubert Kahmann, Geschäftsführer des Ketteler-Cardijn-Werk (KCW), der mit seiner Projektskizze „Sozialökologisches Zentrum Rothaargebirge“ die Jury überzeugen konnte. Das KCW Olpe ist eine Einrichtung der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sowie der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und seit 1986 Träger eines Integrationsbetriebes. In zahlreichen durch die Europäische Union, den Bund, das Land und die Kommunen geförderten Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogrammen werden Menschen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, auf eine Tätigkeit im regulären Arbeitsmarkt vorbereitet (Quelle: eigene Webseite).

Alle guten Dinge sind drei! IG Spielplatz Benolpe punktet mit Projekt „Beschattung des Spielplatzes“

„Last but not least“ gingen ein weiteres Westenergie-Insektenhotel samt Preisgeld von 50,- € an die Interessengemeinschaft (IG) Benolper Spielplatz. Bereits seit mehreren Jahren pflegt die IG den Spielplatz auf der Nothelle. Das Engagement geht allerdings über das reine Rasenmähen und Heckeschneiden hinaus: So wurden auch neue Spielgeräte und vier Feldahorne angeschafft, um langfristig Schattenspender auf dem Spielplatz zu haben. Mittlerweile kam eine weitere Doppelplatane hinzu, um den kleinen Besuchern und ihren Familien auch an heißen Sommertagen den Aufenthalt angenehm zu gestalten. Die IG Spielplatz hat in den letzten Jahren viel investiert, so ist u.a. eine sogenannte Nestschaukel hinzugekommen, die sehr beliebt ist. Ortsvorsteher Thomas Weidebach freut sich über ein Preisgeld von 50,-€: „Den Beitrag können wir gut gebrauchen, da es immer auch zu Schäden an den Geräten kommt, die repariert werden müssen. Daher zählt jeder Cent.“.

Unterwegs in Wald & Flur (II) – Aliens, Seesterne oder Tintenfische?

Exotische Artenvielfalt: Wunder der Natur auf dem Hardtplatz

Kaum sind die aufregenden Meilertage vorbei, holt sich die Natur mit aller Kraft ihren Stammplatz zurück und treibt mit dem Herbst so manche bunte Blüte vor sich her! Der Kohlenmeiler hat mit seinen zahlreichen Besuchern der Artenvielfalt also keinen Abbruch getan, im Gegenteil: es tauchen mitunter exotische Pflanzen und Tiere auf der Bildfläche auf, die einige Fragezeichen hinterlassen.

„Papa, hier sind Seesterne!“

Als Erster hat der kleine Erik (4) bei einem Ausflug an seinen alten Meilerspielplatz die neue Art entdeckt. Und der kleine Forscher lag nicht ganz falsch. Was er seinem Vater als Seestern meldete, entpuppte sich nach etwas Recherche im Internet als Tintenfisch! Genauer gesagt, handelt es sich hier um Tintenfischpilze.

Tintenfischpilze: Die faszinierenden Meister der Tarnung

Diese Pilze gehören zur Gattung Coprinopsis, und sie sind bemerkenswert wegen ihrer einzigartigen Eigenschaften und ihres Verhaltens. Laut Wikipedia ist der Tintenfischpilz ist in AustralienTasmanienNeuseeland[6] und dem Malaiischen Archipel heimisch, eventuell auch in China[7]Süd- und Ostafrikasowie auf St. Helena.[6] Der Pilz wurde 1910 aus Australien nach Europa eingeschleppt[1] und war ab 1914 in den Vogesen zu finden. (Quelle: Wikipedia)

Tintenfischpilze sind kleine, außerhalb der Blüte eher unauffällige Pilze, die oft im Wald oder auf Wiesen zu finden sind. Ihr Name leitet sich von ihrer charakteristischen Erscheinung ab. Wenn diese Pilze reif sind, entwickeln sich ihre Kappen in eine schirmförmige Form, ähnlich einem Tintenfisch oder einer Tintenfischfeder. Dies hat ihnen ihren Namen und einen gewissen Wiedererkennungswert verliehen.

Alles Tarnung: Selbstauflösung und Tintenabsonderung

Eine der faszinierendsten Eigenschaften dieser Pilze ist ihre Art der Selbstzerstörung. Wenn sie reif sind, beginnen Tintenfischpilze buchstäblich, sich aufzulösen. Ihre Kappen lösen sich in eine schwarze Flüssigkeit auf, die wie Tinte aussieht. Dieses Phänomen wird als „Tintenabsonderung“ bezeichnet und ist einzigartig für diese Pilzgruppe. Wissenschaftler glauben, dass dies eine Strategie ist, um die Verbreitung von Sporen zu fördern.

Tintenfischpilze haben eine bemerkenswerte Überlebensstrategie, die mit ihrer Tarnung zu tun hat. Da sie sich auflösen und ihre Sporen freisetzen, tun sie dies oft nachts oder bei feuchtem Wetter, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Während des Tages sehen sie aus wie gewöhnliche Pilze, doch nachts oder wenn die Bedingungen günstig sind, zeigen sie ihr faszinierendes Verhalten.

Nützliche Anwendung in der Forschung

Tintenfischpilze sind nicht nur faszinierende Naturerscheinungen, sondern haben auch in der wissenschaftlichen Forschung und Medizin Anwendung gefunden. Einige Verbindungen in diesen Pilzen zeigen antimikrobielle Eigenschaften und könnten in der Zukunft bei der Entwicklung von Medikamenten eine Rolle spielen.

Zusammenfassend können wir sagen, dass Tintenfischpilze ein beeindruckendes Beispiel für die Vielfalt und Anpassungsfähigkeit der Natur sind. Ihre Fähigkeit zur Selbstauflösung und Tintenabsonderung, kombiniert mit ihrer Tarnung, macht sie zu faszinierenden Wesen, die uns immer wieder staunen lassen über die Wunder der Natur.

Also macht Euch auf den Weg zur Hardt, ein paar Tage dürfte das Meilerwunder noch zu betrachten sein! Übrigens: Der Tintenfischpilz ist ungiftig, gilt aber als ungenießbar und ist für die kulinarische Verwendung ungeeignet.

Infoveranstaltung Windpark – Eure Fragen!

Du hast Fragen zum geplanten Windpark „Windfahrt“? Hier kannst Du sie loswerden.

Kleiner Tipp für mobile Anwender: Um das Formular bequem ausfüllen zu können, empfehlen wir das Smartphone in der Queransicht zu nutzen.

Benolpe im Krieg: Briefe in die Heimat (I) – Camp 1550

Wer kennt sie nicht, die „guten Wünsche“, die sicher in keiner Zeit des Jahres öfter ausgesprochen werden als an Weihnachten oder um Weihnachten herum? Ein Kernsatz der Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums lautet: „Friede auf Erden den Menschen guten Willens“ und in diesem Jahr 2023 wirkt er zeitgemäßer denn je!

Es wäre naheliegend, in diesem Zusammenhang auf aktuelle Kriegsereignisse einzugehen, doch an dieser Stelle möchte ich Texte betrachten, deren letzter vor 75 Jahren verfasst wurde. Geschrieben hat sie der Benolper Erwin Löcker, der 1943 als 18-jähriger in den Kriegsdienst einberufen wurde. Er diente zunächst in Dänemark, wurde später nach Frankreich verlegt und geriet dort im August 1944 in Gefangenschaft, die bis unmittelbar vor Weihnachten 1948 andauern sollte.

In losen Abständen publizieren wir hier Abschriften seiner Briefe, die er zur Weihnachtszeit an seine Mutter Franziska Löcker, sein Vater Franz starb am 02.07.1941, aus dem südfranzösischen Gefangenenlager Aubagne (Bouches du Rhone) bzw. einer Zeche im nahe gelegenen Greasque, wo er im Bergbau arbeitete, bzw. arbeiten musste, schrieb:

Camp: 1550                                Date: 12. Dezember 1944

Meine liebe Mutter!
Die erste Nachricht von mir wird ja nun wohl mittlerweile eingetroffen sein und somit haben Deine größten Sorgen um mich ein Ende gefunden. Ich kann Dir nur immer wieder schreiben, dass es mir noch gut geht und Du auch weiterhin beruhigt sein kannst. Ich warte allerdings jetzt mit Sehnsucht auf die erste Nachricht von Dir, hoffentlich bringt die nichts Unangenehmes, aber ich will doch hoffen, dass bei Euch noch alles in Ordnung ist. Fragen will ich nicht stellen, denn es sind ja immer die Selben. Ich wünsche nun Dir und allen anderen ein glückliches Neujahr und verbleibe mit den innigsten Grüßen    –       Dein Erwin
 
Anmerkung: Zugestellt am 05.03.1945 

Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Reiner und Thomas Löcker, die dem Archiv des Heimat- und Fördervereins einen großen dorfgeschichtlich relevanten Fundus aus dem Nachlass Leni Löckers zur Verfügung gestellt und der Veröffentlichung vorstehender Texte zugestimmt haben.

Unterwegs in Wald & Flur (I) – Welcher Nistkasten eignet sich für welche Vogelart?

Rund um die BENOLPER MEILERTAGE wurden der Hardtplatz mit den umliegenden Fluren und Wäldern in diesem Sommer tüchtig auf Vordermann gebracht. Die Förderung einer nachhaltigen Artenvielfalt ist dabei ein wichtiges Thema, um das vom Borkenkäfer geschädigte Landschaftsbild rund um das Benolper Kreuz wieder aufzupäppeln. Viele Tierarten müssen sich anpassen und neuen Lebensraum finden.

In diesen Tagen wird in der Wiedmicke nicht nur das in die Jahre gekommene Insektenhotel renoviert, auch die Wälder rund um den Meilerplatz bekommen zusätzlichen Raum für gefiederte Bewohner.

Es gibt verschiedene Nistkästen, die speziell für bestimmte Vogelarten entwickelt wurden. Für jede Vogelart gibt es eine ideale Größe des Einfluglochs. Hier sind einige Beispiele:

1. Nistkästen für Meisen
Meisen bevorzugen kleine Kästen mit einem Einflugloch von etwa 32 mm Durchmesser.

2. Spatzen und andere Sperlingsvögel
Feld- und Haussperling unterscheiden sich von anderen Singvögeln dadurch, dass sie in kleinen Kolonien brüten, statt als Einzelpaar unterwegs sind. Obwohl auch einzelne Nistkästen angenommen werden, bevorzugen sie sogenannte Kolonie-Nistkästen, in denen mehrere Paare direkt nebeneinander brüten.

3. Starenkästen:
Stare benötigen größere Nistkästen mit einem Einflugloch von etwa 45 mm Durchmesser. Sie brüten oft in Kolonien, daher können mehrere Kästen nebeneinander platziert werden. Wichtig ist ein kleiner Stab unten am Einflugloch.

4. Schwalbenkästen:
Schwalben bevorzugen offene Nistkästen mit einem nach oben geöffneten Einflugloch. Diese sollten unter Dachvorsprüngen oder ähnlichen Strukturen montiert werden.

5. Eulen- und Falkenkästen:
Diese Kästen sind größer und bieten Platz für größere Arten wie Eulen oder Falken. Sie haben oft einen größeren Einflug und eine geräumige Innenstruktur. Der Laubwald ist ein guter Ort, denn Nadelbäume mag der Waldkauz nicht, da dort sein Nahrungsangebot zu gering ist.

Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur einige Beispiele sind und dass Vogelarten je nach Region und individuellen Vorlieben unterschiedliche Präferenzen für ihren Nistplatz haben können. Es kann hilfreich sein, sich an Vogelschutzorganisationen oder Experten vor Ort zu wenden, um Empfehlungen für Ihren spezifischen Standort zu erhalten.

Von Bedeutung ist es weiterhin, dass die Kästen an ruhigen Orten hängen, der für Katzen und andere Nesträuber des Waldes nur schwer zugänglich ist. Die Mindesthöhe hierbei liegt bei 1,5 bis 2 Meter.
Der Nistkasten sollte an wind-, regen- und sonnengeschützten Stellen angebracht werden. Die Einflugöffnung sollte nach Osten oder Südosten ausgerichtet sein, alle Vögel lieben den wärmenden Sonnenaufgang. Eine Ausrichtung nach Westen (zur Wetterseite) bringt wenig, in der prallen Südsonne werden die Kästen ebenfalls nicht genutzt.

Das Regenwetter tut der Landschaft gut, die Natur erholt sich. Ein Spaziergang rund um das Benolper Kreuz lohnt sich in jedem Fall auch bei unruhigem Wetter. Haltet die Augen auf, es gibt viel zu entdecken.

Meilertage 2023: Ein großes Dankeschön!

Liebe Meilerfreunde,

Der letzte Sack Holzkohle ist verkauft. Die verlorengegangenen Dinge in unserem kleinen Fundbüro mitten im Wald konnten an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben werden. Ausgeliehene Bauteile, wie die große Bühne, sind zurück in ihrem Heimatorten und Lagerstätten.

Unsere gemeinsame Sommerreise geht langsam zu Ende. Es war ein fantastisches Fest und eine tolle Woche mit vielen Höhepunkten. Wir sind alle etwas müde, das Aufräumen ist aber fast geschafft. Auf der Hardt wurden tatsächlich schon wieder erste Wildtiere gesichtet, die vorsichtig den Platz beschnuppert haben.

Mit großer Dankbarkeit und etwas Wehmut blicken wir auf die letzten Wochen zurück. Die größten Risiken sind nicht eingetreten: Das Wetter hat gehalten, niemand ist zu Schaden gekommen und kein Stück Wald ist abgefackelt!

Dieser Beitrag hier ist allen fleißigen Helfern gewidmet, die dieses Mega Event erst möglich gemacht haben.

DANKE FÜR DEN UNERMÜDLICHEN EINSATZ!

Das ganze Dorf hat konzentriert und leidenschaftlich mitgezogen, alle haben sich irgendwie eingebracht und ihr Bestes gegeben! Sowas muss ein anderes „Fast-500-Seelen-Örtchen“ erst mal nachmachen. Wir dürfen mächtig stolz sein. Die Meilerwoche 2023 wird in die Geschichtsbücher des Ortes eingehen, die Helferparty dürfte legendär werden.

Unser Dank gilt auch den vielen benachbarten Vereinen und Gruppen, die die Woche mitgestaltet und sich auf den Weg gemacht haben, um diese schönen Sommertage mit uns zu teilen. Und letztendlich sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass die Meilertage nur derart reibungslos geplant und durchgeführt werden konnten, weil sich alle Behörden und Institutionen wie die Gemeinde Kirchhundem, die zuständige Forstverwaltung, diverse Tourismusbüros, Kreisleitstelle oder Feuerwehr von Beginn an sehr kooperativ gezeigt und an einem Strang gezogen haben.

An alle Besucher aus nah und fern: Bleibt uns gewogen, kommt gut heim. Wir sehen uns bestimmt schon in den nächsten Sommern wieder. 2024 feiert der Heimatverein sein 30-jähriges Jubiläum, 2025 feiert Benolpe seinen 630-jähriges Bestehen. Wir haben – trotz der spürbaren Müdigkeit – definitiv Bock auf weitere, viele gute Partys …

In diesem Sinne, Grüße vom Hardtplatz

Euer Orga-Team

„Allzeit GUT BRAND!“ – Grußwort K.J. Tielke, Präsident EKV

BENOLPER MEILERTAGE 2023 – Grußwort von Karl-Josef Tielke, Präsident des Europäischen Köhlerverbandes e.v.

Liebe Köhlerfreundinnen und Köhlerfreunde in Benolpe,

heute finden die langen Vorbereitungen ein Ende und ihr startet die Benolper Meilertage 2023. Für mich als gebürtigen und bekennenden Sauerländer ist es jedes Mal eine besondere Freude, wenn im Sauerland wieder ein Meiler aufgebaut wird. So seid auch ihr Benolper jetzt Teil der immer weiter anwachsenden Reihe von Dörfern, die an die jahrhundertealte Köhlereitradition unserer Heimatregion erinnern. Alle, die bei diesem Meiler mitarbeiten, können so am eigenen Leib erfahren, wie hart sich unsere Vorfahren ihren Lebensunterhalt verdienen mussten – und das ohne Motorsäge und mechanischen Spalthammer!

Für eure Meilertage wünsche ich euch ein feuriges Anzünden, eine gute Hand bei der Meilerpflege und eine reiche und gute Ernte!!! Und natürlich viele Gäste, die sich von der Magie des Köhlerhandwerkes begeistern lassen und den einzigartigen Meilerduft geniessen wollen…

Wenn ihr dann alles erfolgreich hinter euch gebracht habt, möchte ich euch schon jetzt zu einem Köhlergottesdienst auf dem Kohlhagen am 11. August um 18.00 Uhr einladen. An diesem Gedenktag des heiligen Köhlers Alexander Carbonarius werden wir der lebenden und verstorbenen Köhler gedenken und anschliessend noch etwas bei Essen und Trinken und alten Köhlergeschichten und -gedichten beisammen sein.

Wir sehen uns dann auf dem Kohlhagen!

Allzeit GUT BRAND…

Karl Josef Tielke

– Präsident des Europäischen Köhlerverbandes e.v. –

Köhler-ABC (IV) – Welche Holzarten werden zur Produktion von Holzkohle verwendet?

Verschiedene Holzarten können zur Produktion von Holzkohle verwendet werden, aber einige gängige Arten sind:

  1. Buche:
    Buchenholz ist eine der beliebtesten Holzarten zur Herstellung von Holzkohle. Es brennt gleichmäßig und erzeugt eine gute Hitze.
  2. Eiche:
    Eichenholz ist ebenfalls weit verbreitet und erzeugt eine hohe Hitze. Es verbrennt langsam und eignet sich gut für lange Grillvorgänge.
  3. Esche:
    Eschenholz wird oft für die Holzkohleproduktion verwendet. Es brennt heiß und hinterlässt eine glühende Kohle, die lange brennt.
  4. Akazie:
    Akazienholz wird aufgrund seiner hohen Dichte und des hohen Kohlenstoffgehalts geschätzt. Es erzeugt eine gleichmäßige Hitze und brennt langsam.
  5. Birke:
    Birkenholz erzeugt eine schnelle und intensive Hitze, was es für das Grillen von Steaks oder zum schnellen Anzünden des Grills geeignet macht.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Holzart allein nicht immer ausschlaggebend ist. Der Herstellungsprozess und die Qualität der Holzkohle spielen ebenfalls eine große Rolle in Bezug auf Hitzeentwicklung, Brenndauer und Rauchentwicklung.

In Benolpe wird tatsächlich nur reine Buche genutzt!

Dem tatsächlichen Volumen nach beträgt die durchschnittliche Ausbeute ca. 47,6 %.

Vergleicht man das Volumen des Holzes mit dem der Kohle, so liefern die Holzarten folgende Anteile der Kohle am Volumen (Quelle wikipedia.de):

  • Eichenholz 72 bis 74 % vol
  • Rotbuchenholz 73 % vol
  • Birkenholz 68,5 % vol
  • Hainbuchenholz 57 % vol
  • Kiefernholz 64 % vol

Man erhält bei verschiedenen Holzarten unter bestimmten Bedingungen etwa folgende Anteile am Gewicht der Kohle (Quelle: wikipedia.de):

  • Eichenholz 46 %
  • Fichte 41 %
  • Ulme 38 %
  • Hainbuche 35 %
  • Birke 34 %
  • Faulbaum 34 %
  • Esche 33 %
  • Linde 32 %
  • Kastanie 30,0 %

BENOLPER MEILERTAGE vom 18.07. – 23.07.2023 auf dem Hardtplatz Kirchhundem-Benolpe

Köhler-ABC (III) – Woraus setzt sich Holzkohle chemisch zusammen?

Holzkohle besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff und enthält geringe Mengen anderer Elemente wie Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie entsteht durch die kontrollierte Verbrennung von Holz oder anderen pflanzlichen Materialien in einer Umgebung mit begrenztem Sauerstoffangebot, einem Prozess, der als Pyrolyse bezeichnet wird.

Während der Pyrolyse wird das in der organischen Substanz enthaltene Wasser und flüchtige organische Verbindungen abgegeben, was zur Bildung von Holzkohle führt. Die genaue Zusammensetzung der Holzkohle kann je nach Art des Ausgangsmaterials und dem Herstellungsprozess variieren.
Chemisch gesehen besteht Holzkohle hauptsächlich aus Kohlenstoff (C). Sie kann auch geringe Mengen an Wasserstoff (H), Sauerstoff (O) und Stickstoff (N) enthalten. Diese Elemente sind jedoch in viel geringeren Konzentrationen vorhanden als der Kohlenstoff. Die genaue chemische Zusammensetzung von Holzkohle kann auch von anderen Faktoren wie der Temperatur und der Dauer der Pyrolyse beeinflusst werden.

Das Gemisch Holzkohle besteht im Durchschnitt also aus an organischen Verbindungen mit 81 % bis 90 % Kohlenstoff, 3 % Wasserstoff, 6 % Sauerstoff, 1 % Stickstoff, 6 % Feuchtigkeit und 1 % bis 2 % Asche und nur unbedeutenden Mengen Schwefel.
Es ist wichtig anzumerken, dass Holzkohle im Gegensatz zu Aktivkohle nicht durch chemische Aktivierung hergestellt wird. Aktivkohle wird durch die Behandlung von Kohlenstoffmaterialien, einschließlich Holzkohle, mit chemischen Aktivierungsmitteln hergestellt, um eine poröse Struktur zu erzeugen und die Adsorptionsfähigkeit zu verbessern.

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Köhler-ABC (II) – Welche Vorteile hat Holzkohle?

Welche Vorteile hat Holzkohle?

Holzkohle hat eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einem wichtigen Material in verschiedenen Anwendungen machen. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile von Holzkohle:

  • Brennwert: Holzkohle hat einen hohen Brennwert, was bedeutet, dass sie eine hohe Energie enthält, die bei der Verbrennung freigesetzt wird. Dies macht sie zu einem hervorragenden Brennstoff für verschiedene Zwecke wie Kochen, Heizen und Schmelzen von Metallen.
  • Filterung: Holzkohle hat eine poröse Struktur, die es ihr ermöglicht, Verunreinigungen und Schadstoffe zu absorbieren und zu filtern. Dies macht sie zu einem wertvollen Material für die Wasser- und Luftreinigung sowie für die Entfernung von Schadstoffen aus Boden und anderen Materialien.
  • Bodenverbesserung: Holzkohle kann auch als Bodenzusatz verwendet werden, um die Bodenstruktur zu verbessern und die Nährstoffaufnahme von Pflanzen zu erhöhen. Sie kann auch dazu beitragen, die Bodenfeuchtigkeit zu regulieren und den pH-Wert auszugleichen.
  • Industrielle Anwendungen: Holzkohle wird auch in verschiedenen Industriezweigen wie der Metallurgie, der Chemie und der Pharmazie eingesetzt, um verschiedene Produkte herzustellen.
  • Erneuerbar und nachhaltig: Holzkohle wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und ist daher erneuerbar und nachhaltig.

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Krombacher Gruppe spendet 2.500 Euro an IG Spielplatz Benolpe

Krombach, Benolpe, den 22. Juni 2023.

Jens Selter von der Krombacher Brauerei sorgte für große Freude als er auf dem Benolper Spielplatz mit einem großen Spendenscheck eintraf. Denn dort warteten die Vertreter:innen der IG Spielplatz Benolpe auf ihn. Im Rahmen der alljährlichen Spendenaktion der Krombacher Brauerei wurde die Interessengemeinschaft mit einer Spende in Höhe von 2.500€ bedacht.

Bereits seit mehreren Jahren pflegt die Interessengemeinschaft den Benolper Spielplatz. Das Engagement geht allerdings über das reine Rasenmähen und Heckeschneiden hinaus: So wurden zum Beispiel auch neue Spielgeräte angeschafft und Bäume zur Beschattung der Fläche gepflanzt. Sogar die digitale Vernetzung mit anderen Spielplätzen ist in Planung. Das Engagement basiert allein auf Spenden, sodass sich die IG über jede finanzielle Unterstützung freut. Mit der Spende der Brauerei sind weitere Baumpflanzungen geplant sowie die Anschaffung eines Sonnensegels, wofür die IG aktuell spart“.

Die Spende ist Teil der Krombacher Spendenaktion, bei der das Familienunternehmen seit 2003 jährlich eine Gesamtsumme von 250.000 Euro, aufgeteilt auf 100 Spenden à 2.500 Euro, an ausgewählte Institutionen spendet. Bis heute sind seit dem Start der Aktion über 4 Millionen Euro durch die Krombacher Mitarbeiter:innen im Außendienst an 1.600 gemeinnützige Institutionen, Organisationen und Vereine überreicht worden, die sich insbesondere in den vielfältigsten Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe. Behindertenhilfe. Seniorenhilfe und des Tierschutzes engagieren. Das Besondere an der Krombacher Spendenaktion: Unter dem Motto „Sie schlagen vor-wir spenden“ können Menschen in der Weihnachtszeit deutschlandweit selbst ihre Spendenvorschläge einreichen. Zusammen mit den Vorschlaggeber:innen möchte die Krombacher Brauerei so das wichtige Engagement der unzähligen Institutionen und Vereine in Deutschland unterstützen. Eine Übersicht der diesjährigen 100 Begünstigten sowie weitere Informationen. Krombacher Spendenaktion finden Sie unter zur https://nachhaltigkeit.krombacher.de/gesellschaft/spendenuebersicht-2023

Pressekontakt:

Krombacher Brauerei Bernhard Schadeberg GmbH & Co. KG
Peter Lemm
Hagener Straße 261
57223 Kreuztal-Krombach

Köhler-ABC (I) – Wie funktioniert ein Kohlenmeiler?

Ein Kohlenmeiler ist eine traditionelle Methode zur Herstellung von Holzkohle, die seit Jahrhunderten verwendet wird. Hier ist eine grobe Beschreibung des Prozesses:

  • Vorbereitung des Meilerplatzes: Ein flaches Stück Land wird ausgewählt und von Steinen umgeben, um einen Meilerplatz zu schaffen. Der Boden wird dann mit Sand oder Ton bedeckt, um die Kohle darin zu isolieren.
  • Aufbau des Meilers: Der Meiler wird aus Holzstücken aufgebaut, die in einer bestimmten Weise angeordnet werden, um eine konische Form zu schaffen. Der Raum in der Mitte wird als Feuerstelle genutzt.
  • Abdeckung des Meilers: Der Meiler wird mit Gras, Laub und Erde abgedeckt, um eine dichte Schicht zu bilden und das Feuer zu ersticken. Dies sorgt dafür, dass das Holz langsam und gleichmäßig verbrennt, was zur Bildung von Holzkohle führt.
  • Anzünden des Meilers: Wenn der Meiler bereit ist, wird er angezündet und das Feuer brennt langsam in das Holz hinein. Der Kohlenmeiler muss während des gesamten Brennprozesses überwacht werden, um sicherzustellen, dass das Feuer gleichmäßig brennt und die Kohle nicht über- oder unterhitzt wird.
  • Ernte der Kohle: Nach einigen Tagen beginnt der Meiler zu kühlen und die Kohle bildet sich in der Mitte des Meilers. Die Kohle wird dann aus dem Meiler genommen und sortiert.

Die Herstellung von Kohle in einem Kohlenmeiler ist ein langsamer Prozess, der viel Überwachung erfordert, aber es ist auch eine umweltfreundliche und nachhaltige Methode, die seit Jahrhunderten erfolgreich angewendet wird.

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Nachlese Osterputz 2023

Osterputz: Danke sehr!

Herzlichen Dank an alle fleißigen HelferInnen und Helfer, die rund um den Osterputz bei uns im Dorf aktiv waren! Es sind dieses Mal Gott sei Dank keine Unmengen an Müll im Container gelandet, trotzdem reichte die unschöne Auswahl an Unrat von A wie Autoreifen bis Z für Farbe. Es ist nach wie vor nicht zu begreifen, warum man Derartiges in den Wald fährt, zumal der Weg zur Deponie oder zum Wertstoffhof wohl nicht viel weiter wäre und man das Zeug kostenlos abgeben kann, oder man eben auf die entsprechende Müllabfuhr wartet. Wie auch immer: Haltet die Augen auf nach Müll, der ohne Verstand in die Gegend geworfen wurde, und entsorgt ihn entsprechend, die Natur wird es euch danken!

Ein besonderes Danke geht an Herrn Bürgermeister Jarosz, der sich an dieser Aktion beteiligt hat!

Nachlese Osterfeuer 2023

von Niklas Rinscheid

Strapaziöser Aufbau

Gute drei Wochen vor dem Osterfeuer am 09.04.23 begannen die ersten fleißigen Hände, die Bodenhülse neu zu setzen. Am alten Osterfeuerplatz wurde die aktuelle Halterung nur ausgebuddelt und am jetzigen Standort eingesetzt. Jedoch musste sich nach (im wahrsten Sinne des Wortes) langem Hin und Her die Bodenhülse der Witterung geschlagen geben und senkte sich verdächtig in Richtung der Gäste.

Gesagt, getan. Boller rückte mit etlichem Gewerk an, entfernte in wahrlicher Sisyphusarbeit die Hülse und nun, liebe Leute, wie könnte es anders sein, wurde die Bodenhülse mit Wasserwaage, Gliedermaßstab und unter massigem Fluchen wieder eingesetzt. In der Karwoche wurde der quasi an einer Linie gewachsene und akkurat entastete Mittelpinn gesetzt. Hier ein Riesendankeschön an Dietmar, der dem ein oder anderen Helfer eine kleine Exkursion in feuchtem und verfaultem Holz geben konnte.

Karfreitag war es frisch

„Prassel, Prassel“ am Fenster, „perfektes Wetter“, „was soll der Sch!%$%& jetzt!?“, etc. So begann Karfreitag. Wo anfangs noch stille Hoffnung auf gutes Wetter war, herrschte justamente absolute Ernüchterung (wahrscheinlich die einzige an dem Wochenende). Na gut – was solls.
Nachdem der Anfang gemacht war und die ersten Paletten in richtiger Form um den Mittelpinn drapiert waren, konnte Material herangeschafft werden. Während zeitweise bis zu 25 Helfer im Ort
und am Feuer unterwegs waren, machte sich der Schützenchef höchstpersönlich auf, um in Altenhundem bei einem Lebensmittelveredelungsbetrieb ein kräftiges Süppchen zu holen.

Wie es der Zufall so will, ist der 7.4. in den USA der Tag des Bieres. Wie es der Zufall so will, ist in Deutschland der 7.4. der Geburtstag vom „Chef“. Hier noch nochmals „Glückwunsch nachträglich“ und
Dankeschön für die einwandfreie Bewirtung!

Nach der Stärkung konnte bei bestem Nieselwetter weiter gebaut werden. Gegen 15:00 Uhr machte sich ein Trupp (9 Mannen) auf, um „mal eben“ die letzten Bäume zu holen. Gegen 16:30 Uhr kam weitere Verstärkung (3 Mann). Diese hielt wahrlich lange durch, denn gegen 17:15 Uhr wurden weitere 3 Mann zur Operation „Mal eben“ gelotst. Um es zeitlich zu verdeutlichen: Normalerweise ist um diese Uhrzeit volle Konzentration, sowie Kräftesammeln für die Nachtwache angesagt. Aber dieses Jahr war alles anders. Nach weiteren 2 ½ Stunden und wiederkehrenden mahnenden Worten „Atännschen“, konnte Vollzug gemeldet werden. Die letzten Bäume kamen zum Feuer. Ein Wahnsinnsakt! Um es kurz zu machen: die Nachtwache fiel, verständlicherweise, wie ein gutes Rinderfilet aus – sehr mager.

„Auf ein Neues bei besserem Wetter“

– So die Idee und das Mindset für den Karsamstag. Und tatsächlich: Es regnete weniger und nicht nur einmal fiel der Satz „Warum nicht einen Tag früher so“.
Durch die sehr gute Vorarbeit am Freitag konnte man sich am Samstag primär auf das Bauen und die Verkleidung des Osterfeuers konzentrieren. Vereinzelt kamen noch die letzten Touren an der Rimmert an. Da wir durch die Weihnachtsbäume eine beträchtliche Höhe erreicht hatten, konnte nicht mehr auf die Hilfe des Greifers zurückgegriffen werden. Nun konnte man sich an die Underberg-Werbung aus den früheren Jahren erinnern: Nach gutem Essen, wenn es draußen kalt ist, wenn man Magenverstimmungen hat: „Zum Glück gibt es Underberg“.

Nur dass es für uns hieß: Wie kriegen wir das ganze Gestrüpp und die Äste weg? – „Zum Glück gibt es Boller“. Samt Häcksler und großem Anhänger konnte auch dem letzten Ast der Garaus gemacht werden. Unter Argusaugen wurden die Äste in den Höllenschlund geschmissen und zu Hackschnitzeln verarbeitet. Nachdem auch die letzten Äste verarbeitet wurden, konnte sich in der Halle bei Steak, Würstchen und Co. gestärkt werden, um den Abend in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

Kaiserwetter am Ostersonntag – Sonnenschein und Freibadwetter? Nicht ganz.

Um 15 Uhr trafen sich die ersten Helfer zur Herrichtung des Osterfeuerplatzes: Zelt, Licht, Kühlwagen. Nach kurzweiligen 2½ Stunden hieß es sich fix frisch zu machen, da um 18 Uhr die letzten Vorarbeiten zu treffen waren, da die ersten Gäste ab 19 Uhr zu erwarten waren.
Zu Beginn des Abends konnte man noch von den wärmenden Sonnenstrahlen zehren. Doch als die Sonne sich hinter der Grotte senkte, musste man sich wieder die warmen Jacken überziehen und das
Entzünden des Feuers war von den meisten kaum zu erwarten. So kam es, dass sich um kurz nach 20 Uhr zwei Strategen aufmachten, um dem „trapezschen“ Osterfeuer einzuheizen. „Früher ist der Tommy noch da reingekrabbelt“, konnte man aus der Menge hören. Dies war sicherlich auf den verlängerten Arm, in Form einer Latte, mit brennenden Fackeln, bezogen. Wahrscheinlich waren dies keine Helfer, denn sonst wäre es einem klar gewesen, dass das Feuer den Karsamstag schon um die 10-20 cm abgesackt war. Somit wurde entschieden, dass niemand mehr in den Bau des Feuers geht. Strikte Anweisung. Nach Kontrolle ringsum wurde das Feuer nun entzündet. Erst ging
es schleppend los, jedoch konnte schnell Erfolg vermeldet werden und das Feuer brannte in gewohnter Benolper Osterfeuerbauerqualität.
Aufgrund von steigender äußerer Temperatur, war man sich im Orga-Team sicher, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, seine beiden Gesandten ins Volk zu schicken, damit auch der inneren Wärme nichts mehr im Wege zu stehen hat. Mit Hut, Pinnchen, Korn und Wacholder bewaffnet machten sie sich auf, um der Kälte den Garaus zu machen (vorrangig erst einmal der Kälte).
Leider wurde während der Hutrunde teilweise Hasenpanier ergriffen, sodass nicht alle Dörfler in den Genuss der Destillate kamen. Insgesamt vier Liter später waren die Gesandten fertig. Sowohl mit der
Runde, als auch im übertragenen Sinne. Glücklich und zufrieden kehrten sie in den Adlerhorst, das Verkaufszelt, zurück und berichteten von ihrem Kampf und ihrer Tapferkeit im Kampf gegen die
Kälte.

Weitere gemütliche Stunden am Feuer und in der Halle ließen den Ostersonntag im frühen Ostermontag ausklingen. Von Nachwehen am Ostermontag ist nichts bekannt…

Frohe Ostern 2023

An dieser Stelle wünsche ich allen Benolperinnen und Benolpern frohe Osterfesttage!


Grüße gehen bitte insbesondere an die Kranken unseres Dorfes, verbunden mit dem Wunsch auf baldige Genesung!

Den Kids, die sich mit der Knäster auf den Weg machen, sage ich vielen Dank für die Erhaltung der Tradition. Ich hoffe, ihr habt den Korb nach dem Sammeln heute Mittag randvoll 😉.

Die Osterfeuerbauer möchte ich natürlich beim Bedanken nicht vergessen! Toll, was ihr bei dem Wetter gestern geleistet habt und es heute noch tut. Ich hoffe, dass sich alle mit Kind, Kegel und Gästen beim Osterfeuer morgen Abend treffen werden!

Viele Grüße vom OV
Thomas Weidebach

1728 – heute: Das Leben im Sauerland aus Sicht einer Stieleiche

von Miriam Walkenbach
(Ersterscheinung WOLL Magazin, Ausgabe Frühjahr 03/23, S. 60-61, Bildquelle: K.H. Greiten)

Originalartikel hier verfügbar

Vor fast 300 Jahren erblickte ich als junger Keimling (Quercus robur) in Kirchhundem-Benolpe das Licht der Welt – direkt neben einem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1728. Seitdem bin ich zu einem stattlichen Baum mit einem Umfang von 3,50 Metern herangewachsen und trotze standhaft Wind, Wetter und Klimawandel, tief verwurzelt mit meiner Heimat.

Obwohl ich durch meine angeborene Standorttreue nichts von der Welt sehen konnte, kann ich doch viel über die Natur, die Menschen im Sauerland und deren Umgang mit der Umwelt im Laufe der Generationen erzählen. Ich habe Kriege erlebt, Generationen kommen und gehen sehen, Stürmen
und Dürren getrotzt und Kahlschläge in Fichtenwäldern mitansehen müssen.

Glücklicherweise gab es damals noch keine Mähroboter, die mich hätten niedermetzeln können, und über all die Jahrzehnte wurde ich von den Hausbewohnern aller Generationen gehütet, sodass ich in aller Ruhe gedeihen konnte.

In meinen jungen Jahren gab es einschneidende Ereignisse, die die Ortsgestaltung nachhaltig veränderten und mich quasi einkesselten: 1844 bis 1847 wurde die Lenne-Sieg-Straße in Sichtweite erbaut, wenig später die Ruhr-Sieg-Strecke (1858 bis 1861) in unmittelbarer Nachbarschaft, nur wenige Meter entfernt. Die rußenden Dampfloks waren unfassbar laut und dreckig und 1904 kam es durch den Funkenflug einer Lokomotive zu einem verheerenden Großbrand im Dorf, bei dem zahlreiche Häuser dem Feuer zum Opfer fielen. Wie durch ein Wunder überlebte ich. Mit dem Einsatz der Eisenbahn war das Fuhrmannsgewerbe, von dem bis dahin viele Familien im Ort gelebt hatten, fast schlagartig stillgelegt und viele Familien gerieten in große Armut, aber selbst da wurde ich nicht zu Feuerholz verarbeitet.

Schließlich kamen die beiden Weltkriege, die unsägliches Leid über die Menschen brachten, ich sah junge Männer in den Krieg ziehen, die nie wieder nach Hause zurückkehrten, und Frauen und Kinder, die irgendwie überleben mussten. Als alles endlich vorbei war, kamen die fetten Jahre, der Straßenverkehr nahm zu, die Industrie kam wieder in Schwung und damit auch die Luftverschmutzung. Die Diesel- und schließlich die E-Loks lösten die Dampfloks ab, bis in die 1970er Jahre hielten Schienenbusse im Ort und heute preschen ICs vorbei, die ich kaum noch bemerke.

Ich erinnere mich an den sauren Regen, die schwindende Ozonschicht und die atomare Wolke von Tschernobyl in den 1980ern, und in den letzten Jahren bin ich wieder einmal Wetterextremen ausgesetzt. Zum Glück bin ich so tief und fest verwurzelt und so stark, dass mich weder Stürme, Schädlinge, Überschwemmungen noch Dürresommer nachhaltig beeindrucken konnten.

Dem Umwelt-, Natur- und Klimaschutz wurde zu wenig Beachtung geschenkt und so fielen im Ort einige Eichen aus meiner Generation der Säge zum Opfer. In wenigen Minuten wurde gedankenlos ausgelöscht, was Jahrhunderte gewachsen war. Schließlich wuchs das Bewusstsein für den Naturschutz in der Bevölkerung: 1989 wurde meine Art sogar zum Baum des Jahres gekürt und ich zehn Jahre später vom Kreis Olpe unter Denkmalschutz gestellt – meine Rettung! Als Naturdenkmal darf ich niemals gefällt werden, solange es mir gesundheitlich gutgeht. Mit dem Anbringen der Plakette verschwand auch schlagartig meine Sorge vor der Kettensäge.

Am liebsten erinnere ich mich an die schönen Momente, als die Kinder vieler Generationen in meinem Schatten spielten, Eicheln sammelten oder Osternester in den Hohlräumen zwischen meinen Wurzeln entdeckten. Nicht nur einmal wurde ich Zeuge eines romantischen Teenager-Tête-à-Tête, worüber
ich mich aber selbstverständlich diskret ausschweigen möchte. Außerdem bin ich seit Jahrhunderten Lebensraum und Nahrungsquelle für unzählige Insektenarten, Vögel und Nagetiere, was mich sehr glücklich macht.

Trotz aller Klimaänderungen hege ich die große Hoffnung, dass die Natur irgendwie gut durch die Krisen kommt. Ein tolles Projekt ist der Landeswettbewerb 2024 – Generationenbäume für die Hohe Bracht.
Das NRW-Umweltministerium lobt alle drei Jahre den Förderwettbewerb „Naturpark.Nordrhein-Westfalen“ aus, wobei der Naturpark Sauerland Rothaargebirge für seinen Beitrag „Wald-Klima-Lernort Hohe Bracht“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden Sämlinge von besonders alten und robusten Bäumen gesucht, die offenbar resistent gegen allen bisherigen Klima- und Wetterkapriolen sind und demnächst auf den Kahlflächen rund um die Hohe Bracht eingepflanzt werden sollen.

Hier soll ein Wald-Klima-Lernort mit haptischen und digitalen Informationen zu den einzelnen Setzlingen entstehen, und ich bin stolz, durch meine Sämlinge ein Teil davon zu sein. Der Beitrag von uns Bäumen zum Wohlbefinden der Menschen und zum Klimaschutz kann nicht hoch genug geschätzt werden und ich bin froh, an einem Ort leben zu dürfen, wo ich geachtet und gepflegt werde. Hoffnungsvoll blicke ich in die Zukunft und bin gespannt, was mich die nächsten 300 Jahre erwartet.

Mehr erfahren:

  • Adresse des Standortes „Stieleiche Greiten-Jopes“:
    Familie K.H. Greiten, Am Olpebach 4, 57399 Kirchhundem Benolpe
  • Anfragen für Besichtigungen gerne per Mail
  • Interesse an Setzlingen mit einer top DNA aus 300 Jahren? Anfrage gerne per Mail
  • Geo-Daten: 51.062334, 8.026169
  • Standort bei Google Maps
  • Geschichte des Dorfes Benolpe

2. Benolper Dorftreff – Rückblick mit Aussicht

Unser Dorf atmet! Lebt! Will!

Damit möchte ich vorab schon das Fazit vorwegnehmen, das neben mir wohl auch die anderen gut 50 Benolperinnen und Benolper aus dem zweiten Benolper Dorftreff mit Dämmerschoppen am Freitagabend mitgenommen haben. Auf der Agenda stand so einiges, was das Dorf beschäftigt hat und bewegen wird:

Meilertage 18.07.-23.07.2023

Alles rund um den Kohlenmeiler, der ab dem 18. Juli 2023 auf dem Hardtplatz für sechs Tage qualmen soll, wurde von Dietmar B. und Alexander K. dargestellt: Neben dem vorläufig aufgestellten Programm für sechs Tage Dampf-Idylle bei hoffentlich fabelhaftem Sommerwetter –  u.a. mit Senioren-Klön, Frauenschützenfest und Trecker-Treff – wurde auch eindringlich dafür geworben, sich mit persönlichem Einsatz für die Benolper Meilertage zu engagieren, damit man später wieder von einer runden Sache und unvergesslichen Tagen wird sprechen können. Per Handzeichen sollte die Bereitschaft zur aktiven Unterstützung bekundet werden: Das Ergebnis war eindeutig dafürsprechend! Vorgefertigte Listen für den analogen Eintrag als auch der digitale Weg über unsere Homepage wurden als Möglichkeiten vorgestellt, sich für eine der Schichten und Teams zu melden. Es stimmt optimistisch, wenn man auf viele helfende Hände im Vorfeld bauen kann!

Website benolpe.de im neuen Look

Unsere neue Homepage ist am Start! Thorsten G. schilderte in ein paar Sequenzen, was geändert wurde und wie sich der neue Look nun präsentiert. Der Dank an Thorsten und sein Team von NetFederation wurde von den Anwesenden mit deutlichem Applaus ausgedrückt. Zuständigkeiten und Rechtliches, sowie Ideen zur Deckung der laufenden Kosten wurden von Alexander K. erläutert, ebenso die Planungen für die Installation einer Webcam, die aufgrund von Lieferengpässen jedoch noch nicht näher fokussiert werden konnten. Alexander regte insbesondere an, dass die E-Mail-Adresse @benolpe.de größeren Anklang im Dorf finden möge, weil diese „extrem gut arbeitet“ (u.a. Spam-Schutz) und damit z.B. die örtlichen Vereine und Gruppen gezielter angeschrieben werden könnten.

Schlachtfest ein voller Erfolg

Tanja Z. resümierte das Schlachtfest, das wir im November 2022 in der Schützenhalle veranstaltet hatten. Sie bedankte sich ausdrücklich bei den vielen Helferinnen und Helfern, die dafür sorgten, dass eine sehr hohe Anzahl an Essen zubereitet und ausgegeben werden konnte. Für den November 2023 zeigte sie sich zuversichtlich, dass dieses traditionsgeladene Fest „an Lisbeth“ wieder durchgeführt werden kann.

Außenanlage des Pfarrheims entwickelt sich

„Die Außenanlage des Pfarrheims nimmt so langsam Gestalt an“, referierte Christoph B. und stellte dies eindrücklich mit Fotos dar, die die baulichen Veränderungen im „Pastorengarten“ zeigten. Die geräumige Terrassenfläche konnte kurz vor dem Wintereinbruch 2022 noch fertiggestellt werden, die Errichtung der Feuerstelle und Bepflanzungen stehen als nächstes auf dem Programm. Christoph bat um weitere Unterstützung aus dem Dorf bei den anstehenden Arbeitseinsätzen. Ebenso würde noch der ein und andere Euro für die finale Finanzierung des Vorhabens benötigt.

Bahnübergang weiter im Fokus

Sicher ist, dass die Bahn weiterhin durch Benolpe fahren wird. Nicht mehr so sicher ist schon seit längerem, wie sicher man als Fußgänger oder Autofahrer über die Bahnübergänge (BÜ) kommt oder wie lange man davor warten muss, ehe sich Schiebe-Lok lose Güterzüge bergauf gequält haben oder Personenzüge, die während der Schrankenschließung in Benolpe in Welschen-Ennest am Bahnhof verweilen, die Schranken bei uns endgültig passiert haben. Jens E. und Christian L. stellten in dem Zusammenhang den Stand der Dinge zum Vorhaben der Bahn, den Tal abwärts liegenden BÜ bis 2025 schließen zu wollen, dar: In Ermangelung einer adäquaten Weg-Alternative nicht zuletzt für landwirtschaftliche Fahrzeuge, die den Bahnweg dann nämlich nicht mehr ohne Weiteres erreichen würden, müssten zunächst erhebliche Investitionen in den Haupt-Bahnübergang am Knotenpunkt mitten im Dorf getätigt werden, womit das Thema in eine weitere Runde zwischen Bahn, Gemeinde und Dorfbevölkerung gehen wird. Jens und Christian betonten, dass allein der Widerstand, der den oberen Verantwortlichen mittlerweile aus unserem Dorf entgegenbläst, dafür gesorgt hat, dass besagter BÜ nicht schon längst geschlossen worden ist. Wir sollten als Dorf deutlich machen, wie wichtig dieser BÜ für uns alle bei genauerem Hinsehen eigentlich ist.

Würdigung des Ehrenamts

Für den 31. März 2023 hat Bürgermeister B. Jarosz zu einem Empfang für das Ehrenamt in die Schützenhalle Kirchhundem eingeladen. Es dürfen sich dazu auch alle BenolperInnen angesprochen fühlen, die in irgendeiner Weise ehrenamtlich tätig sind, auch außerhalb von Vereinsstruktur und Vorstandstätigkeit. Interessierte können sich direkt bei Frau Stahl im Rathaus oder bei mir melden.

Benolpe räumt auf! – Osterputz am 01.04.2023

Für den 1. April 2023 ist ein Osterputz vorgesehen, der in vielen Ortschaften der Gemeinde Kirchhundem durchgeführt werden will. Ich habe dazu aufgerufen, auch in Benolpe wieder Unrat und Müll aufzusammeln, und um Spenden gebeten, die das leibliche Wohl der Helferinnen und Helfer sicherstellen sollen. Ein Container wird bei der Schützenhalle von der Gemeinde zur Verfügung gestellt – ich hoffe und befürchte gleichzeitig, dass dieser am Ende des Tages wieder gut gefüllt sein wird…

Weihnachts- & Neujahrsingen mit „Beutel voller Gold“

Zum Schluss überraschten Niklas R. und Jonas R. uns alle noch mit einem wahren Geldsegen: Beim Weihnachts- und Neujahrssingen konnte eine „unglaubliche Summe“ gesammelt werden, die so niemand für möglich gehalten hatte. Stellvertretend für die Sänger überreichten die beiden also den VertreterInnen der örtlichen Vereine und Gemeinschaften großzügig dekorierte „Flachgeschenke“ und erhielten dafür den mehr als verdienten Applaus der Anwesenden.

Fazit

Soweit die Agenda, über die im Anschluss an den Tischen noch in der ein oder anderen Weise, mehr oder weniger intensiv, diskutiert wurde.

Bedanken möchte ich mich beim Schützenverein dafür, dass wir die Halle für den Dorftreff benutzen durften, und bei denen, die beim Vorbereiten und Aufräumen geholfen haben.

Hoffen möchte ich, dass wir den Dorftreff auch in Zukunft durchführen werden, damit wir nicht zuletzt auch „den anderen“ in unserem Dorf wiedersehen bzw. nicht aus den Augen verlieren.

Anmerken möchte ich, dass es zu späterer Stunde derart heiß zuging, dass einige (männliche!) Hartgesottene sich entschlossen, den Dämmerschoppen brust- und bauchfrei zu Ende zu bringen. Mehr dazu beim nächsten Dorftreff in Benolpe…

Herzlichst grüßt Thomas Weidebach, Ortsvorsteher

70 Jahre Benolper Grotte 1951 – 2021

Seit dem 20.05.1951 wacht die Mariengrotte über Benolpe. Auf Initiative und unter der Federführung von Pater Adolf Stupperich wurde diese Stätte der Besinnung errichtet. Hier, wo man zur Ruhe und Besinnung kommen oder einfach nur den Blick auf Benolpe verweilen lassen kann, empfinden wir Heimat, Frieden und Dankbarkeit.

Pater Adolfo, wie er wegen seiner langen Wirkungszeit in Spanien von uns genannt wurde, errichtete diese Stätte der Andacht um seinen Heimatort.

Nach den leidvollen Erfahrungen des 2. Weltkrieges unter den Schutz der Muttergottes zu stellen. Wie wertvoll dieser Ort für unser Dorf ist, haben wir bei vielen Andachten und Zusammenkünften im christlichen Glauben an der Grotte erfahren. Und nicht zuletzt in der Zeit der Pandemie, durch die musikalischen Grüße der Zuversicht, die durch die Benolper Musiker vom Muttergottes- bzw. dem Marienberg gesandt wurden.

70 Jahre Benolper Grotte

Zeit dankbar zu sein und an Pater Adolf und alle Priester, die in Benolpe wirkten, zurückzudenken. Aber auch ein Dankeschön an den Gesangverein zu sagen, der die Grotte lange Zeit gehegt und gepflegt hat. Nicht zu vergessen, ein „Danke“ an die beiden Benolper Jungs, die die Grotte jetzt pflegen und hegen.

Tragisches Unglück am Schützenfestmontag 1934

von Ulrich Rauchheld, Lennestadt-Bilstein

Es war Montag,  der 2. Juli 1934. Gegen 8.00 Uhr machten sich die Lehrerin Steinmetz und der Hauptlehrer Knop von der Volksschule Benolpe mit ihren Schulkindern auf den Weg Richtung Benolper Kreuz. Dort oben wollten sie gemeinsam “Auf dem Löh”  Waldbeeren suchen. Mit dem Verkaufserlös der Beeren, sollte wie in den Jahren vorher, einen Ausflug nach Köln gemacht werden.  Mit dabei auch die 8-jährige Maria Löcker, die Tochter des Land – u. Gastwirtes Franz Löcker. Mit ihrer Freundin Adelheid Schäfer sammelte sie kniend eifrig Waldbeeren für diese gemeinsame Sache. Man erzählte sich Geschichten vom vergangenen Wochenende, doch auf einmal fiel Maria, mit dem Kopf nach Süden gewandt, rückwärts auf den Boden und blieb leblos liegen.  Sofort eilten die Lehrpersonen herbei und sahen, dass Maria eine kleine offene Wunde am Hinterkopf hatte. Hauptlehrer Knop trug Maria nach Benolpe. Es wurde ein Fahrzeug besorgt und zur ärztlichen Versorgung zu Dr. Bremm in Welschen Ennest gefahren.  Er stellte eine Geschwulst oberhalb des linken Auges fest. Der Verletzung am Hinterkopf schenkte er keine Bedeutung. So kam sie ins Altenhundemer Krankenhaus und wurde von Dr. Gladen operiert. Der Puls des Kindes war zu diesem Zeitpunkt kaum noch fühlbar. Auch hier wurde der Verletzung am Hinterkopf keine Bedeutung geschenkt. Man öffnete die fünfzigpfennigstückgroße Geschwulst und es floss Blut, Knochensplitter und Gehirnmasse heraus. Maria starb am selben Tag um 20.00 Uhr, ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.

In Benolpe war man fassungslos.

Wie konnte Maria an einer äußerlich harmlosen Verletzung sterben? Unter großer Anteilnahme der Benolper Bevölkerung und der gesamten Schüler der Benolper Schule wurde sie am 7. Juli 1934, auf dem alten Benolper Friedhof beerdigt.

Jedoch ließ dieser Tod die Benolper nicht los. Adelheid Schäfer erinnerte sich, dass kurz bevor Maria zusammen brach, ein Surren gehört zu haben. Der in der Nähe sich aufhaltende Kaufmann Valentin Nolte aus Benolpe meinte später, mehrere Geschosseinschlägen im Unterholz wahrgenommen zu haben. Förster Schubert[1] von der Einsiedelei sagte später: „Das Kind ist durch eine Kugel des Vogelschießens in Bilstein zu Tode gekommen, welches am selben Tag stattgefunden hat.“ Gab es da eine Verbindung?  Das Waldbeergebiet liegt genau in Schießrichtung der Bilsteiner Vogelstange und zwei Kilometer Luftlinie entfernt. Die Eltern der kleinen Maria ließen keine Ruhe und beauftragten den Rechtsanwalt Wurm aus Altenhundem, entsprechende Schritte einzuleiten. Am 1. November 1935 wurde beim Landgericht Klage eingereicht. Am 3. April 1936  wurde Maria exhumiert und anschließend von dem Amtsarzt Dr. Veit aus Siegen obduziert, weil nicht nur die Eltern der kleinen Maria vermuteten, dass die Kugel noch im Kopf des Kindes steckte.

Der Schützenverein Bilstein stimmte dieser Exhumierung zu.  Noch am Benolper Friedhof[2a], wurde die stark verweste Leiche von Maria  – sie wog am Tag des Todes ca. 20 Kg – begutachtet, und der Kopf vom Rest der Leiche abgetrennt. Nach entfernen von Gewebe und Weichteilen, zeigten sich zwei Öffnungen, darunter eine kreisrunde am Hinterkopf und eine größere an der Schläfe.  Der Schädel wurde ausgespült und die lockere, faulige Gehirnmasse entfernt. Beim Durchsieben dieser Flüssigkeit fand man ein Hartmantelspitzgeschoß mit einer Projektilbreite von 8 mm. Die äußere Spitze war schräg abgerissen. Danach wurde der Schädel zur weiteren Untersuchung in das Stadtkrankenhaus nach Siegen gebracht. Durch eine Röntgenuntersuchung wurde festgestellt, dass das Geschoss in der gesamten Länge durch den Schädel geschlagen war.  So wurde eindeutig belegt, dass das Kind durch einen Gewehrschuss zu Tode gekommen sein musste.
Ein späteres Gutachten sagte Folgendes aus: „Es sei unbedingt der Schluss zu ziehen, dass die Geschosse aus dem Gewehr der 98er-Waffe sind, die am besagtem Tag in der Nähe des Benolper Kreuzes heruntergekommen sind und Maria Löcker in den Kopf trafen.  Es handelt sich weiter um abgelagerte Munition“, so der Gutachter.

Franz Löcker, vertreten durch Rechtsanwalt Wurm, klagte vor dem Landgericht Siegen  gegen den Schützenverein Bilstein und Amt Bilstein wegen Amtspflichtverletzung. Auf diese Punkte stütze sich die Anklage.

  1. Der Schützenverein Bilstein hat nicht genügend auf das Vogelschießen aufmerksam gemacht. Man habe versäumt, Hinweise am “Schwarzen Brett” in Benolpe und Nachbarorte anzubringen.
  2. Nach Zeugenaussagen aus dem Veischedetal[1], wurden die letzten 20 Schuss beim Vogelschießen in Bilstein mit einer unzulässigen 98er Infanteriewaffe, mit 8mm Stahlmantelmunition benutzt[2b]. Die Patronen wurden am Ende abgekniffen.  Erlaubt waren 71er-Modelle mit geringer Tragweite und Durchschlagskraft, sowie Munition mit Bleimantel.
  3. Das Gutachten des Landgerichts.

Am 5. Juni 1936 einigten sich Franz Löcker vertreten durch Rechtsanwalt Wurm und der Bilstein Schützenverein, vertreten durch Karl Grünewald, außergerichtlich auf eine Schadensersatzsumme von RM 2000,-. Die Beweislage gegen den Schützenverein Bilstein war erdrückend eindeutig. Die Summe entspricht in der heutigen Zeit einer Kaufkraft von ca.  € 10.000,-. Der Schützenverein hatte für so einen Fall eine Haftpflichtversicherung bei der Iduna-Germania abgeschlossen. Diese Versicherung zahlte die Summe. Der Schützenverein Bilstein übernahm teilweise auch die Anwalts – u. Gerichtskosten von Franz Löcker.

Das Amt Bilstein stimmte dem Vergleich nicht zu.  Franz Löcker hätte dann beim Verfahren vor dem Oberlandesgericht die Möglichkeit gehabt, wegen fahrlässiger Amtspflichtverletzung zu klagen. Was lag dieser Klage zur Grunde: Amtspflichtverletzung, weil der zuständige Polizeisekretär und Bürgermeister[3] beim Vogelschießen anwesend waren und das Schießen mit unzulässigem Gewehr und Munition nicht unterbunden haben. Zudem hatte das Amt Bilstein die Genehmigung für das Vogelschießen gegeben, jedoch keine Vorsichtsmaßnahmen wie Sperrung der Wege rechts und links von der Vogelstange und das Anbringen von Hinweisschildern versäumt. Franz Löcker wurde zu den Verfahren beim Landgericht Siegen am 7. Januar 1936, als auch beim Oberlandesgericht Hamm[4] am 18. Februar 1937 das Armenrecht[5]  nicht zuerkannt, weil keine ausreichende Aussicht bestand, den Rechtsstreit zu gewinnen, so das Gericht.  So verzichtete er auf ein weiteres Revisionsverfahren vor dem OLG und Reichsgericht in Leipzig.

Erklärung zum Vogelschießen: Bis Ende der 1950er Jahre wurde auf allen Schützenfesten im Sauerland  der Vogel bei Schützenfesten von einer Stange geschossen. Hinter dem Stangenende befand sich kein Kugelfang. Erst in den 1950er Jahre wurde an den Vogelstangen ein Kugelfang zur Pflicht.

Diese Aufzeichnungen beruhen auf ein Gespräch vom 23.02.2014 mit Herbert Krämer aus Bilstein. Herr Krämer stammt aus Benolpe und wurde 1926 geboren. Seine Kindheit verbracht er in Benolpe und war am besagtem 2. Juli 1934 Schüler der Benolper Volksschule und beim Waldbeerpflücken “Am Löh”, dabei.

Frau Leni Löcker aus Benolpe stellte mir freundlicherweise alle noch verfügbaren Unterlagen zur Verfügung. Dies waren im Einzelnen: Zeugenaussagen, Klageschriften, Urteile von Gerichten, Briefe von Franz Löcker  und Briefe von Rechtsanwälten Wurm und Grünewald.  Es waren etwa 200 DIN A4 Seiten. Sie stellte mir ebenfalls Bilder des Landgerichtes Siegen zur Verfügung.


Die Namen werden in der Prozessunterlagen genannt.

[1] Förster Schubert wurde im Juni 1945 durch russische Fremdarbeiter in seinem Forsthaus ermordet.

[2a] Der alte Benolper Friedhof befindet sich oberhalb von Benolpe Richtung Benolper Kreuz. Heute erinnert ein großes Kreuz an diesen Friedhof.

[2b] Hier stellt sich die Frage: warum haben die Bilsteiner Schützen die letzten 20 Schuss mit diesem Infanteriegewehren gemacht? Die Gewehre stammen aus dem Privatbesitz eines Bilsteiner Bürgers.

[3] Die Namen dieser Personen werden in den Prozessakten ebenfalls genannt.

[4] Vor dem OLG Hamm wurde Franz Löcker durch Dr. Pöppinghaus aus Hamm als Prozessbevollmächtigter vertreten.

[5] Armenrecht, heute Prozesskostenhilfe genannt, wird denen gewährt, die einen Bedürftigkeit nachweisen können. Das heißt: Das Führen eines Zivilprozesses ist kostenlos und der Staat bezahlt sowohl den Anwalt als auch die Gerichtskosten. 

„Benolpe räumt auf!“ – Aktion Sa., 09.04.22

Liebe Benolperinnen und Benolper!

Das aktuell sonnige und angenehme Frühlingswetter drängt uns förmlich aus dem Haus an die frische
Luft. Der eine genießt die Sonnenstrahlen auf der Terrasse, der andere entspannt bei der Gartenarbeit,
und wieder andere nutzen die vielen Wege im Dorf und außerhalb davon für Spaziergänge oder Wanderungen.

Dabei stören derzeit zwei Dinge: Zum einen versperren noch viele umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste die uns vertrauten Wege durch Wald und Flur, und es wird wohl noch der ein oder andere Tag ins Land gehen, bevor die Wege wieder hergestellt sind und man wieder freien Gang hat.

Zum anderen aber stinkt es an dem ein oder anderen Wegesrand leider im wahrsten Sinne zum Himmel
nach Müll!
Müll, der achtlos weggeworfen wurde,
Müll, den der Wind von wo auch immer mitgebracht hat,
Müll, der da nichts zu suchen hat,

weswegen ich euch einladen möchte, an der Aktion


„Benolpe räumt auf“,
am Samstag, den 9. April 2022, ab 10 Uhr

mit Kind, Kegel, Nachbarn und Bekannten teilzunehmen. Im Anschluss ist ein gemeinsames Grillen
samt Umtrunk für alle Helferinnen und Helfer auf dem Spielplatz geplant.

Unser Straßennetz in Benolpe ist insgesamt rund vier Kilometer lang, dazu kommt der ein oder andere
Meter Weg außerhalb von Benolpe, der dringend von Müll befreit werden müsste.

Es bieten sich folgende Bereiche für die Säuberungen an:

1) Inken ➢ Schothen ➢Grotte ➢ Inkenbach/Tretbecken ➢ Alter Friedhof ➢ Hohlweg
2) Bundesstraße (bitte nur Erwachsene mit Warnwesten!)
3) Am Olpebach ➢ Bahnweg
4) Zur Nothelle ➢ Schleichweg nach WE bis rote Bank
5) Schützenhalle ➢ Auf’m Bruch ➢ Triftweg ➢ Osterfeuerplatz
6) Ennestweg ➢ Heidering ➢ Richtung Silberger Weg (Ende Teerstaße)
7) Kirchplatz ➢ Johannes-Hatzfeld-Platz ➢ Kapellenplatz ➢ Pfarrheim

Je nach anfallender Müllmenge müssten wir zusehen, wie der Müll entsorgt werden kann. Ich hoffe,
dass bei dem ein oder anderen dann noch etwas Platz in der schwarzen Tonne sein wird, die in der
Woche nach Ostern wieder geleert würde.

Wer an der Aktion aktiv teilnehmen möchte, darf sich gerne bei mir melden, am einfachsten mit einer
WhatsApp-Nachricht oder einer E-Mail an ortsvorsteher@benolpe.de. Wer nicht aktiv teilnehmen
kann oder möchte, ist herzlich eingeladen, den Helferinnen und Helfern eine kleine Aufmerksamkeit
zukommen zu lassen, damit mittags auf dem Grill gegrillt und der Durst gelöscht werden kann. Auch
für diesen Fall bitte ich zwecks Organisation um kurze Mitteilung.

Für eure Aufmerksamkeit bedanke ich mich an dieser Stelle und würde mich freuen, wenn ich euch zur
Teilnahme an der Aktion „Benolpe räumt auf“ ermutigen konnte.

Viele Grüße

Thomas Weidebach, 
Ortsvorsteher

Benolpe im März 2022